Das muss jede Frau wissen: Frauenärztin klärt auf

Shownotes

Die Wechseljahre - für viele Frauen ein Thema, das lieber verschwiegen wird. Doch warum eigentlich? 🤔

Warum gilt diese Phase im Leben einer Frau oft als Ende statt als Anfang? Und warum wissen so viele nicht, was wirklich in ihrem Körper passiert?

Aber was ist wirklich normal? Und was kann man tun, um sich in dieser Phase wohlzufühlen? ⭐️

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00:00:00: Also Sex wird häufig wirklich deutlich besser bei Frauen.

00:00:04: Viele Frauen erleben aufgrund der hormonellen Veränderung

00:00:07: ein Tessosteron hoch.

00:00:09: Wir Frauen müssen uns informieren.

00:00:12: Und es hat mich immer so erstaunt, dass es wie so Hamis geschafft,

00:00:18: bis jetzt diesen Lebensbereich so auszuklammern von den Frauen.

00:00:22: Noch mal zurück zu den Wechseljahren.

00:00:25: Die beginnen um die 40.

00:00:27: Manche. - Um die 40.

00:00:28: Manchmal sogar ein bisschen früher.

00:00:30: Heute bei mir die wohl bekannteste Frauenärztin Deutschlands.

00:00:37: Sie ist eine gebürtige Amerikanerin,

00:00:41: die allerdings in Wiesbaden ihre eigene Praxis hat.

00:00:44: Und außerdem ist sie auch eine absolute Bestsellerautorin.

00:00:50: Erst war sie mit ihrem Buch unverschämt,

00:00:52: alles über den fabelhaften weiblichen Körper,

00:00:55: ganz lange Zeit in den Topten der Spiegelbestsellerliste.

00:00:59: Und jetzt stürm sie seit Erschein des Buches.

00:01:03: Und das war schon 2021 die Bestsellerlisten.

00:01:06: Und ist immer unter den besten 10 zu finden mit ihrem Buch

00:01:11: "Woman on Fire".

00:01:14: Und warum ich so eine große Freude habe,

00:01:17: dass sie heute bei mir ist, sie liebt den weiblichen Körper

00:01:22: und möchte, dass es allen Frauen so geht.

00:01:27: Ihre Sprache ist witzig, verständlich

00:01:30: und kennt auf ihrem Gebiet zumindest keine Tabus.

00:01:35: Willkommen, liebe Sheila Dillis.

00:01:40: Für mich bist du die "Woman on Fire".

00:01:44: Danke schön, Petra.

00:01:46: Ich freue mich total, hier zu sein.

00:01:48: Das finde ich super, super schön.

00:01:51: Du steigst mir doch am besten gleich mal ein.

00:01:54: Du hast bei "3 nach 9" Judi Tracas und auch dem Giovanni Di Lorenzo

00:02:01: erzählt, was die Wechseljahre sind.

00:02:06: Kannst du dich noch erinnern?

00:02:07: Das werde ich tatsächlich nie vergessen.

00:02:11: Ich habe lustigerweise damals die Sendung gar nicht gekannt

00:02:14: und da hat mein Verlag gesagt,

00:02:16: da gehen sie dahin und haben gesagt, das ist nicht toll.

00:02:20: Ich habe dann erst mal gesehen, wo ich das zu tun habe.

00:02:25: Das war ganz bezeichnend.

00:02:29: Man bleibt ja hinter dem Vorhang, bis man aufgerufen wird.

00:02:34: Dann hat dann die Judi Tracas gesagt,

00:02:38: jetzt kommt eine Gynäkologin, die uns gleich erklären wird,

00:02:41: warum die Wechseljahre Spaß machen können.

00:02:43: Das Publikum hat gelacht.

00:02:46: Dann bin ich rausgegangen und habe gedacht, mal gucken,

00:02:50: wie lange ihr noch lacht.

00:02:52: Das war kein Witz.

00:02:53: Dann habe ich den im Prinzip versucht.

00:02:57: Ich glaube, es ist mir ganz gut gelungen.

00:02:59: Er erklärt, was die Wechseljahre sind und warum sie Spaß machen können.

00:03:02: Was es dann Besonderheiten gibt und warum man sich dafür nicht fürchten muss.

00:03:05: Sondern warum man sich fast darauf freuen kann als Frau.

00:03:09: Das ist schon mal ziemlich drohstspendend, finde ich.

00:03:13: Viele denken ja auch anders darüber.

00:03:16: Beziehungsweise viele Frauen fühlen ja auch anders dem entsprechend.

00:03:19: Sheila, du feierst den weiblichen Körper.

00:03:24: Das ist so schön und das tut auch so gut.

00:03:28: Aber du brichst damit natürlich auch Tabus.

00:03:33: Scham, Peinlichkeit, am besten gar nicht darüber reden.

00:03:38: Zum Beispiel, da habe ich auch zum Thema Wechseljahre.

00:03:42: Das kennst du wahrscheinlich hoch und runter.

00:03:46: Es gibt einfach ganz viele Dinge, die nicht angesprochen werden.

00:03:49: Passieren da auch manchmal so skurrile Situationen?

00:03:53: Also was die Wechseljahre anbelangt, gibt es natürlich ganz viele Mythen,

00:03:59: ganz viel Scham.

00:04:01: Skurril, ja, ich finde eher, es gibt ganz viele traurige Situationen.

00:04:06: Wo Frauen, dass ihren Männer nicht sagen,

00:04:08: die wollen nicht, dass ihre Männer wissen, dass sie in den Wechseljahren sind und so was.

00:04:12: Die wollen nicht, dass ihre Freundinnen das wissen.

00:04:15: Das finde ich so ein bisschen schade.

00:04:20: Auch als ich gesagt habe, ich werde ein Buch schreiben über die Wechseljahre.

00:04:24: Ich weiß gar nicht, wer hat das noch mal zu mir gesagt.

00:04:26: Da wird da jeder auch annehmen, dass du in den Wechseljahren bist.

00:04:29: Willst du das wirklich tun?

00:04:30: Ich so, ja, mir macht das jetzt nichts aus.

00:04:35: Aber allein die Frage, das fand ich schon ganz interessant.

00:04:39: Willst du wirklich, dass alle wissen, dass du in den Wechseljahren bist?

00:04:42: Soll ich sagen, ich kriege mit 48 noch ein Kind oder was?

00:04:45: Keine Ahnung.

00:04:46: Das stimmt gar nicht.

00:04:48: 48, ich bin jetzt 55, ich war schon 51.

00:04:51: Also klar, das bin ich in den Wechseljahren.

00:04:54: Was soll ich denn sonst sein?

00:04:55: Ich finde es ja schon super spannend, weil es gibt ja wirklich auch viele,

00:05:01: viele Frauen, die haben so einen Gesichtsverlust vor sich selbst.

00:05:09: Absolut.

00:05:10: Das finde ich so, so schlimm.

00:05:12: Absolut, absolut.

00:05:13: Es wird aber auch immer wieder wiederholt.

00:05:16: Das heißt ja immer wieder, was bin ich mal gefragt worden in einem Interview.

00:05:20: Was kann Frau tun ab 40, damit sie nicht unsichtbar wird?

00:05:24: Wobei man sagen muss, dass diese Art von Fragen fast ausschließlich geschrieben werden

00:05:30: von einer Redaktion bestehend aus sehr jungen Frauen.

00:05:33: Wo ich die mir dann immer zu Brust nehme und sage, pass mal auf.

00:05:36: Also keiner von uns fühlt sich unsichtbar, nicht wirklich.

00:05:41: Sondern ich erlebe es eigentlich anders.

00:05:44: Ich erlebe, dass Frauen wirklich eher in ihre Kraft kommen.

00:05:46: Sie werden noch sichtbarer und sie werden noch interessanter und noch facettenreicher.

00:05:52: Diese Vorstellung, eine Frau wird unsichtbar.

00:05:55: Es ist eher so dieses, was wir auf Amerikanisch sagen, den Male Gaze.

00:05:59: Das ist ein bisschen so diese Mitübernommen, dass diese Art von Frau jetzt einfach nicht

00:06:04: mehr interessant ist, wenn man nicht irgendwelche Ideale eines 20-Jährigen Mannes entspricht.

00:06:11: Also das ist ja albern hochzehn.

00:06:13: Stimmt.

00:06:14: Schiller, ich komme dann schon mal gleich auf einen Punkt.

00:06:20: Wie ist es denn in den Wechseljahren mit dem Sex?

00:06:25: Also Sex wird häufig wirklich deutlich besser bei Frauen.

00:06:30: Viele Frauen erleben aufgrund der hormonellen Veränderung ein Testosteron hoch.

00:06:35: Das ist sozusagen, dann können wir gleich dazu kommen, welche Hormone was machen.

00:06:38: Klar.

00:06:39: Also Testosteron ist ein sehr wichtiges Hormon auch für uns Frauen.

00:06:43: Und das macht tatsächlich in den Wechseljahren häufig irgendwie ein Piek zwischen den 45.

00:06:48: und 50. Lebensjahr.

00:06:49: Dass es richtig nochmal so einen hoch gibt.

00:06:51: Eine Patientin hat das ganz süß beschrieben.

00:06:54: Die hat gesagt, ich glaube, das war so die Abschlussparty, weil sie dauernd Sex haben

00:06:57: wollte.

00:06:58: Ich fand das so lustig.

00:06:59: Ich dachte, meine Eierstöcke haben Abschlussparty gefeiert.

00:07:01: Super lustig.

00:07:02: Also viele erleben tatsächlich, dass so ein neues Selbstbewusstsein, ein neues Lustgefühl

00:07:08: und vor allen Dingen ein Entfallen von Hemmung, was sie vorher nicht hatten.

00:07:12: Diese Ängste vorher mit "Ja, und wenn ich oben bin, dann hängen meine Brüste so und

00:07:18: dann schwammelt es, schrubbelt es und dann sieht mein Bauch so komisch aus im Maul,

00:07:22: wie das Licht aus.

00:07:23: Dass alles irgendwann mal viele Frauen sagen, gewissen Alter, ist mir jetzt einfach mal

00:07:26: Pup egal.

00:07:27: Jetzt bin ich dran.

00:07:29: Und das finde ich sehr, sehr spannend.

00:07:31: Ich habe auch viele Patientinnen, die auch immer sagen, dass die Sexualität mit den

00:07:37: Jahren, das finde ich auch immer extrem spannend, nicht eher eingeht, wie so eine Blume, was

00:07:44: jetzt einfach jetzt verwält, sondern eher anfängt, wirklich neue Blüten, neue Äste

00:07:50: sich einfach weiterzuentwickeln und dass die Sexualität neue Dimensionen, wieder neue

00:07:55: Dimensionen und wieder neue Dimensionen annimmt.

00:07:57: Das ist schon sehr cool.

00:07:59: Es gibt trotzdem auch viele Frauen, bei denen ist es anders.

00:08:04: Richtig.

00:08:05: Richtig.

00:08:06: Wenn ich dir jetzt so gerade zuhörere, dann habe ich so das Gefühl, wenn die Wüsten,

00:08:10: dass es diese Seite gäbe, dann würde vielleicht die Möglichkeit bestehen, dass ich das auch

00:08:16: entfalten würde bei ihnen.

00:08:18: Richtig.

00:08:19: Und deswegen ist auch dein Buch so extrem erfolgreich, weil wahrscheinlich gibt es da

00:08:25: wieder so dieses Gefühl, hey, hallo, mich gibt es ja doch noch und ich kann Spaß am

00:08:30: Leben haben.

00:08:31: Genau, mich gibt es nicht doch noch.

00:08:32: Und wie es mich noch gibt, das ist ja die Sache.

00:08:34: Also was ist ein Problem ist sicherlich bei Frauen, wo wirklich die Lust auf Intimität

00:08:39: versiegt ist, ein Problem sind wirklich die körperlichen Symptome, die mit den Wechseljahren

00:08:45: einhergehen.

00:08:46: Und wenn man völlig blind und völlig unwissend einfach in diese Phase hineinstreupert und

00:08:52: sich einfach so treiben lässt von den verschiedenen Symptomen und nicht genau weiß, was mit einem

00:08:57: geschieht, dann natürlich in der Summe kann das schon richtig was mit einem machen, sodass

00:09:03: man nicht schlafen kann, Knochen und Muskelschmerzen hat, Gewicht zunehmend, Depressionen hat.

00:09:10: Die Liste ist ewig lang.

00:09:11: Und dass man dann noch sagt, ach, ich habe aber dennoch Lust auf Sex, glaube ich, das

00:09:14: leuchtet jedem ein.

00:09:15: Also wenn man sich so immer latent krank fühlt, dass man da jetzt nicht wirklich Lust hat

00:09:19: auf Schlafzimmer, Gymnastik.

00:09:20: Und was sollen die Frauen machen?

00:09:24: Ganz wichtig, es fängt damit an, genauso wie es in der Pubertät so ist, genauso wie es

00:09:29: ist mit der Verhütung, wir Frauen müssen uns informieren.

00:09:33: Und es hat mich immer so erstaunt, dass es, wieso haben wir es geschafft, bis jetzt diesen

00:09:40: Lebensbereich so auszuklermand von den Frauen.

00:09:43: Wir wissen ja alle, okay, du musst die Mädels auch klären über die Pubertät, du musst

00:09:47: den Erklären, guck mal, das ist eine Binde, das ist ein Tampon dies und das, wenn die dann

00:09:51: anfangen, Freuen zu haben.

00:09:52: Mein Gott, die Verhütung und auch später, ja, wir Frauen müssen uns auch mal diese

00:09:55: Dinge kümmern.

00:09:56: Oder wie werde ich schwanger?

00:09:57: Oder in der Schwangerschaft gibt es ja 1000 Ratgeber, ja, jeder, der einer nicht handnimmt,

00:10:02: es gibt eine schwangeren Vorsorge, was von der Medizin angeboten wird, sodass es auch

00:10:06: sogar ein Arzt und eine Hebamme und eigentlich eine ganze Community von Menschen gibt, die

00:10:10: bereit ist, dich zu begleiten, und auch in der Stillzeit dich zu begleiten, wundern und

00:10:14: die ganze Welt begleitet dich, bis du in die Wechseljahre kommst und dann gucken wir alle

00:10:18: weg, ja.

00:10:19: Und das hat mich super gestört, weil das ist eigentlich genauso was, wo es Veränderungen

00:10:24: gibt, die sehr lange anhalten können, sehr lange dauern können und da die Frauen einfach

00:10:33: uninformiert hineinschlittern zu lassen, das fand ich unfair und deswegen habe ich

00:10:37: das Buch geschrieben.

00:10:38: Perfekt.

00:10:39: Perfekt.

00:10:40: Also das ist dein erster Rat, dass du sagst, die Frauen sollen Bescheid wissen, sie müssen

00:10:46: informiert sein.

00:10:47: Absolut, absolut.

00:10:48: Jetzt sind sie informiert und dann, was machen sie dann?

00:10:51: Also, das Informiert ist jetzt, es geht nicht nur um, ich sag mal, die üblichen Verdächtigen,

00:10:57: ja, Hitzewahlung und Schlafstörung und so, sondern es gibt, und ich habe es die letzten

00:11:02: Jahre aufgeschrieben, 120 Symptome, mögliche Symptome von der Wechseljahre.

00:11:09: 120?

00:11:10: 120, wahrscheinlich sogar noch ein paar mehr.

00:11:12: Weil wenn man sich überlegt, dass wir haben Hormonrezeptoren, wir wissen ja, wenn man

00:11:19: ganz kurz ausholt, Wechseljahre sind, ja, dass die Hormonproduktion langsam, langsam,

00:11:25: langsam versiegt quasi in die Rente geht, ja, und alle Hormonrezeptoren an den Zellen,

00:11:31: die verhungern so ein bisschen.

00:11:33: Und diese Hormonrezeptoren sitzen fast an allen Zellen in unserem Körper.

00:11:37: Und das heißt, wenn man anguckt, man kann Haferlust haben, man kann Gedächtnisverlust

00:11:42: haben, man kann Seeverlust haben, man kann trockene Augen haben, man kann trockene Nase

00:11:45: bekommen, man kann juckende Uhren bekommen, man kann Hörverlust bekommen, man kann trockene

00:11:50: Mund bekommen.

00:11:51: Also, siehst, ich kann den ganzen Weg nach unten gehen, bis hin zu der Plantarfacetis,

00:11:55: das kann auch kommen.

00:11:56: Also, wie nennt man das auf Nicht, auf Nichtmedizinisch, wenn diese Fuchssole insündet ist, dass

00:12:01: die...

00:12:02: Ja, das ist eine Entzündung tatsächlich, der Fußsole.

00:12:04: Also, da gibt es nicht mehr Kreuz.

00:12:05: Nee, wüsste ich jetzt nicht.

00:12:06: Aber das tut einfach richtig weh.

00:12:09: Stimmt.

00:12:10: Und all diese Dinge sind hormonell entweder ausgelöst oder massiv unterstützt.

00:12:14: Das heißt, wenn ich all das weiß, ja, all diese Dinge weiß, dann kann ich erst für

00:12:19: mich mein individuelles Wechseljahresbild verstehen, ja.

00:12:24: Herz-Rhythmostürm gehören dazu.

00:12:26: Bluthochdruck gehören dazu.

00:12:28: Bluthochdruck gehört dazu.

00:12:29: Genau, genau.

00:12:30: Und alles Mögliche.

00:12:31: Ja, hat ganz viel dazu.

00:12:33: Auch, dass der Bauch dicker wird.

00:12:35: Ja, das ist ein leidvolles Problem von allen, inklusive von mir.

00:12:39: Bzw.

00:12:40: Was ist kein Problem mehr?

00:12:41: Man muss ein bisschen lernen, damit zu leben.

00:12:42: Also, man muss es nicht alles akzeptieren, aber man muss wissen, okay, man wird nicht

00:12:48: irgendwann mal 19 und bleibt genauso, bis man 88 ist.

00:12:52: Der Körper darf sich schon ein bisschen verändern über die Jahre.

00:12:56: Denke ich auch.

00:12:57: Aber es gibt ja auch Möglichkeiten, was dagegen zu machen.

00:12:59: Das finde ich ja schon extrem spannend.

00:13:02: Aber was mich noch mal vorab interessieren würde, ich weiß noch, als ich jung war, da

00:13:08: gab es den Oswald-Kolle.

00:13:10: Danach gab es die Bravo mit dem Dr.

00:13:13: Sommer, den gibt es übrigens immer noch.

00:13:15: Also, das schreiben wahrscheinlich jetzt andere.

00:13:17: Was war denn Oswald-Kolle?

00:13:19: Das kommt mir bekannt vor.

00:13:21: Das war der erste Mensch, der, ich glaube, im Stern, der eine Aufklärungsserie geschrieben

00:13:27: hat.

00:13:28: Nein.

00:13:29: Das ist ja schon super spannend, weil man hat ja schon versucht, Frau auch zu informieren

00:13:34: in der Hoffnung vielleicht auch, dass Männer lesen oder so diese Themen.

00:13:39: Jetzt muss ich googeln, Oswald-Kolle.

00:13:42: Oswald-Kolle.

00:13:43: Aber ist dann auch wieder ein Mann.

00:13:45: Schon verrückt.

00:13:46: Das ist ein Mann.

00:13:47: Der Dr.

00:13:48: Sommer ist auch ein Mann.

00:13:49: Das finde ich auch spannend.

00:13:50: Und die Frauenärzte waren ja früher meistens auch Männer.

00:13:54: Richtig, das ist schon ein Thema für sich.

00:13:59: Was mich interessiert, sind die Frauen von früher wenigstens ein bisschen aufgeklärt

00:14:07: oder findest du es ganz furchtbar?

00:14:10: Ganz furchtbar, traurig.

00:14:11: Ja.

00:14:12: Ich finde das so furchtbar, traurig.

00:14:14: Und es blutet mir manchmal wirklich das Herz, wenn ich die Frauen sehe, also erstens die

00:14:20: ganzen Geschichten, die ich kenne.

00:14:21: Viele Frauen wussten gar nichts.

00:14:23: Die sind auch natürlich die Kriegs- oder Nachkriegsgeneration, da wurde nicht gejammert.

00:14:28: Da kannst du nicht sagen, ich habe keine Periode mehr oder whatever.

00:14:32: Also gerade in Deutschland nach dem Krieg gab es ja nicht viele Männer.

00:14:36: Also ich meine, da wären ehemalige hatte, der irgendwie Geld verdient hat, den Geld

00:14:42: festzuhalten.

00:14:43: Wenn man an die Wechseljahre kam und seltsam wurde und launisch wurde, das wurde natürlich

00:14:48: nicht gut gesehen, weil was ist, wenn der Mann dann geht.

00:14:51: Ja, diese berühmte Klischee, was eigentlich lange bis in die 80er Jahre in Deutschland

00:14:56: festgehalten hat.

00:14:57: Der Mann hat mich von der Jüngere verlassen, der Mann ist mit seinen Sekretären durchgebrannt.

00:15:00: Ich glaube, dieses Klischee gibt es, glaube ich, nicht mehr so wie früher.

00:15:05: Also der Mann ist mit seinen Sekretären durchgebrannt, herr ich eigentlich nur noch ganz selten.

00:15:09: Das muss ich ganz ehrlich sagen.

00:15:10: Ich weiß es nicht, ob sie Sekretärin, dann ist es vielleicht irgendwie...

00:15:13: Ja, aber es war dann immer die 50-Jährige, Brandmeter, 25-Jährigen durch.

00:15:18: Das habe ich jetzt lange nicht mehr gehört.

00:15:20: Das war früher eher, fand ich, so Gang und Geber, auch in den Medien oder in den deutschen

00:15:24: Filmen und Fernsehen.

00:15:25: War das so ganz typisch?

00:15:26: Das finde ich sicher.

00:15:27: Also ich weiß nicht, ob wir in der Blase uns befinden, weil es ist ja schon so, dass

00:15:31: wir Frauen, finde ich, auch wirklich je älter wir werden und so faszinierender werden wir

00:15:38: auch.

00:15:39: Ja, und vielleicht kriegen das die Männer ja jetzt auch langsam mit.

00:15:42: Und es wäre natürlich sehr schön.

00:15:44: Aber es gibt schon auch noch die Stimmen, die sagen, damit ich jung bleibe, suche ich

00:15:49: mir eine junge Frau aus.

00:15:51: Das kriege ich leider schon auch zu hören.

00:15:53: Also ich habe ja eine allgemein medizinische Praxis ganz lange gehabt vor und bin ja jetzt

00:16:00: auf Ernährungsmedizin schon auch lange eigentlich eingeschworen.

00:16:04: Aber ich höre das ja immer wieder auch.

00:16:08: Das ist schon noch ein Thema.

00:16:11: Und was versprechen sich diese Männer davon?

00:16:14: Ist es eine junge Riffin, dass sie jung hält?

00:16:16: Ja, ganz genau.

00:16:17: Und ist das denn so, Entschuldige, jetzt muss ich noch mal fragen, ist das denn aber,

00:16:21: dass die, weil ich habe mich auch eine Zeit lang gefragt, gut, wenn es der Frau immer

00:16:25: nur schlecht geht oder aber auch, wenn sie plötzlich so ein Erwachen hat.

00:16:30: Viele Frauen haben ja so ein Erwachen in den Wechseljahren, dass sie dann plötzlich sagen,

00:16:33: ich will mir nicht jeden Tag das Gebubble von meinem Mann anhören, der geht mir auf

00:16:37: den Keks und ich will mir auch nicht, ich will den nicht, den ich bedienen von vorne bis

00:16:40: hinten und überhaupt mache ich hier die ganze Arbeit.

00:16:42: Dass die Frau anfängt natürlich entsprechend viel zu meckern und viel unzufriedener zu sein,

00:16:46: dass die Frau so als das der Mann sagt, nee, also das würde ich mir jetzt nicht mehr antun.

00:16:50: Ich will jetzt irgendwie mit einer 20-Jährigen, die mit mir zu Phantasienland fährt oder keine

00:16:55: Ahnung, was er dann hat.

00:16:56: Ja, jedenfalls irgendwas macht, was dann Spaß macht.

00:16:59: Ja, die sind, also ich glaube junge Frauen sind einfach, das ist jetzt ein brutales Wort,

00:17:05: aber ich glaube, die sind gefügiger als Frauen in den Wechseljahren, weil die schon eher eine

00:17:10: Meinung haben und die dann auch vertreten, aber aber Schiller, es gibt leider auch, es

00:17:16: gibt leider auch die Frauen, die, denen geht es ganz schlecht, denen geht es wirklich ganz

00:17:21: schlecht, weil die haben keinen Spaß mehr an Sex, die wollen auch, die ertragen auch ihre

00:17:26: Männer dann gar nicht mehr.

00:17:27: Richtig, richtig, richtig.

00:17:28: Und die, die sind kruxunglücklich und trauen sich dann natürlich auch nicht irgendwie,

00:17:35: was zu sagen und leiden, leiden entsetzlich und wenn ich dann einfach gesagt habe, hey,

00:17:41: es gibt so viele Möglichkeiten, es gibt da sowas wie bioidentische Hormone, die gibt

00:17:46: es ja schon ganz lange.

00:17:47: Richtig.

00:17:48: Dann, dann war es immer ach nee Hormone, kommen wir nochmal drauf, ja, Thema Hormone

00:17:54: oder ach nee, ich bin heilfroh, dass ich es hinter mir habe, dass es vorbei ist, dass

00:17:59: es, ja, dass es vorbei ist.

00:18:02: Ja.

00:18:03: Das ist einfach, es ist traurig.

00:18:05: Das ist unheimlich traurig, Peter, das macht mir unheimlich traurig, weil dieser Satz

00:18:09: allein, ich bin froh, dass es vorbei ist, sagt mir, dass da generell in der sexuellen

00:18:14: Entwicklung von diesen Frauen, also von Redner jetzt von Frauen gibt es sicherlich auch bei

00:18:19: Männer, generell etwas von vornherein nie wirklich gut gelaufen ist, dass diese Verbindung

00:18:26: quasi zu, oder eine Ausbildung der eigenen sexuellen selbst nicht passiert ist und es

00:18:32: da kein Connection gekommen ist.

00:18:33: Und das finde ich schade, das finde ich extrem schade.

00:18:36: Also ich habe ja so eine Hoffnung, also auf der, ich glaube so, jetzt diese Generation,

00:18:41: diese Babybummer Generation, die hat es noch nicht so ganz einfach.

00:18:44: Richtig.

00:18:45: Und ich glaube, das ist auch richtig gut, dass du da bist.

00:18:47: Und was ich auch so gut finde, Sheila, du redest wirklich mit den Menschen Deutsch.

00:18:51: Also du hast so eine witzige Sprache und du erklärst es auch alle so toll und du hast

00:18:56: auch immer so schöne, schöne Bilder um was zu erklären, vielleicht fällt dir ja nachher

00:19:00: noch mal so ein Bild ein, was irgendwie was ganz schönes erklären möchtest für die

00:19:05: Frau, die jetzt vielleicht in den Wechseljahren ist oder schon draußen ist.

00:19:10: Aber das ist einfach, das ist schon richtig gut.

00:19:15: Meine Frage ist, wie sieht es denn jetzt bei den jungen Frauen aus?

00:19:18: So hast du ein Tochter, du hast einen Sohn.

00:19:21: Hast du die noch aufklären müssen?

00:19:23: Hast du nachgeholfen?

00:19:25: Gab es einen Unterschied?

00:19:27: Seltsamerweise musste ich die nicht aufklären.

00:19:30: Das war ganz seltsam.

00:19:32: Und ich habe meine Tochter immer gefragt, woher weißt du das?

00:19:35: Hat sie mal gesagt, ich weiß es von dir.

00:19:38: Sie kriegen viel mehr mit, als man meint.

00:19:41: Also natürlich über manche Dinge, natürlich redet man immer noch.

00:19:44: Das ist klar, wenn es um jetzt ist sie ein bisschen älter, wenn es um diverse Dinge

00:19:48: geht mit Pille oder Schwangerschaften möglich.

00:19:52: Also klar, hat sie auch noch Fragen.

00:19:54: Aber am sonst die jetzige Generation, die ist interessierter und ihr hat, finde ich,

00:20:01: nicht mehr so viel Angst, so Fragen zu stellen wie wir.

00:20:04: Das finde ich ganz schön.

00:20:05: Also gibt es für die Frauen zumindest so eine Perspektive, dass wenn die in die Wechseljahren kommen,

00:20:11: tatsächlich die Wechseljahre feiern?

00:20:13: Ich glaube ja.

00:20:14: Das wäre gut.

00:20:15: Und diese ganzen Frauen, deswegen ist es auch so spannend und auch so wichtig,

00:20:19: auch die Frauen jetzt in ihren 40ern, weil in die Wechseljahre kommt man in den 40ern,

00:20:25: das sage ich nur in Klammern, weil viele Leute das nicht wissen.

00:20:28: Irgendwann hat ein sehr netter Journalist, ein sehr netter Journalist von einer größeren

00:20:32: deutschen etablierten Zeitung zu mir gesagt, wie können wir denn dein neues Buch attraktiv

00:20:37: machen für viele Frauen, nicht die Frauen 60 plus?

00:20:40: Und da habe ich gesagt, ha sie, man kommt nicht in die Wechseljahre mit 60, da war da ganz

00:20:45: erstaunt.

00:20:46: Und da habe ich gesagt, nein, nein, dann kommt in die Wechseljahre mit 40, also nochmal zurück.

00:20:51: Also die Mädels von heute beobachten ihre Mütter.

00:20:55: Die gucken, wie geht es denen in den Wechseljahren?

00:20:58: Und sie sind schon durchaus daran interessiert.

00:21:00: Sie sehen, welcher Weg, weil die beobachten das, was erwartet mich.

00:21:05: Und deswegen interessieren sie sich schon dafür und deswegen ist es auch umso wichtiger,

00:21:10: dass die Frauen jetzt so, so, so, so, so, ich will mal sagen, ja, es emanzipieren das richtige

00:21:17: Wort?

00:21:18: Ich könnte mir schon vorstellen, dass es auch was mit Emanzipation zu tun hat, weil

00:21:25: es hat ja was mit Wertigkeit auch zu tun.

00:21:28: Und das gehört zum Frau seiner zu.

00:21:31: Und das sind wir auch wert und ich finde, das sind wir auch wert, dass wir dafür geliebt

00:21:38: werden, weil es gehört zu unserem Lebensablauf dazu.

00:21:42: Die Männer, die haben es ein bisschen einfacher.

00:21:45: Ich meine, die haben ja auch so was wie Wechseljahre, aber es ist viel, viel sanfter der Verlauf.

00:21:51: Ja, der Verlust der Hormone bei Bann ist eine relativ flache Kurve, was aber früher

00:21:58: schon beginnt.

00:21:59: Also ich glaube, jetzt nagel mich nicht fest, ich glaube schon, Mitte 30 fängt es schon

00:22:02: an mit dem, oder ist das sogar mit 30, dass das so anfängt?

00:22:06: Ja, ich glaube, es kommt darauf an, wie sich jemand ernährt, ob er Sport hat und wie

00:22:10: er lebt.

00:22:11: Das ist bei allem so.

00:22:13: Ich habe dennoch mit Männer ein, ich habe dennoch, ich sage mal, ein Herz für Männer

00:22:20: in dem Fall.

00:22:21: Ich glaube, dass die fast noch weniger Lobby haben.

00:22:26: Also ich glaube, ein Mann, ein Mann merkt schon mit Mitte 40, dass zum Beispiel, dass die

00:22:30: Qualität seiner Erektion anders ist als mit 20.

00:22:33: Ich habe bis jetzt nicht so viele Männer erlebt, die offen darüber reden, die sagen, ja, es

00:22:39: ist so wie früher, es ist halt so, müssen wir mit leben, sondern es wird einfach verschwiegen.

00:22:45: Ich glaube auch nicht, dass sie miteinander darüber reden.

00:22:47: Ich weiß es nur von meinen Freundinnen, dass jeder sagt, also das war schon mal anders

00:22:52: und so.

00:22:53: Aber man kann mit dem Partner schlecht darüber reden und die haben überhaupt kein Lobby.

00:22:58: Das ist nicht so, was so thematisiert wird.

00:23:01: Kommt denn Männer zu dir?

00:23:03: In Begleitung von Frauen und manchmal fragen die mich auch, behandeln sie auch Männer

00:23:08: und ich bin da immer ganz ehrlich in Sache.

00:23:10: Ich bin da nicht der Profi.

00:23:11: Also ich würde da wirklich nur rum experimentieren.

00:23:13: Also ich glaube, die wenigsten Männer wollen sich da als Versuchskranickel behandeln lassen.

00:23:19: Aber das ist ja wirklich so ein Thema.

00:23:21: Also ich will jetzt einfach mal so eine Lanze auch für die Männer schlagen, weil die gehen

00:23:27: ja ganz oft wegen irgendwelcher Beschwerden nicht dorthin, wo sie vielleicht geholfen

00:23:33: werden könnten, sondern sie tragen das lange mit sich selbst rum und gerade bei der erectilen

00:23:40: Dysfunktion, meine Güte, wie viele Männer haben ein Problem damit und trauen sich nicht,

00:23:47: das auszusprechen, anzusprechen und ziehen sich dann auch zurück.

00:23:51: Ich finde, da sollte dann zumindest der Urologin, solche Sprechstunden auch anbieten gibt es

00:23:59: ja teilweise, aber ich finde es ist sehr wenig und es wird ganz wenig darüber geschrieben.

00:24:03: Über die Wechseljahre der Frauen wird mehr geschrieben.

00:24:07: Definitiv mehr geschrieben, definitiv.

00:24:09: Und Männer haben da auch ja, wie du sagst, erectile Dysfunktion ist ja auch ganz andere

00:24:13: sexuellen Probleme, die die Männer dann zum Teil auch befällt, was ich so höre.

00:24:17: Also ich kriege das immer noch mit von Frauen, die dann sagen, mein Mann will keinen Sex mehr

00:24:21: mit mir, aus welchen Gründen auch immer.

00:24:23: Es sind häufig Depressionen auch, die sich da irgendwo dahinter oder da mitmischen auf

00:24:28: alle Fälle, ob was jetzt das eine oder das andere Bedingt, kann man jetzt auch noch spekulieren,

00:24:34: aber das sind wirklich Probleme und der Mann an sich sagt, ich mach das mit mir alleine

00:24:38: aus, das ist ja häufig schwierig.

00:24:41: Noch mal zurück zu den Wechseljahren, die beginnen um die 40, manche manchmal sogar

00:24:49: ein bisschen früher, also das habe ich einfach auch schon beobachtet, weil ich ja auch im

00:24:53: Labor abnehme und dann gesehen habe, mein Güter, da tut sich ja da schon was.

00:24:59: Das heißt also, wenn Frauen merken, dass sich was verändert, könnten die nicht irgendwie

00:25:05: schon was Gutes für sich tun?

00:25:07: Auf alle Fälle, also erstens muss man verstehen, welche Veränderungen das sind, das können

00:25:12: bei also Mitte Ende 30 schon so sein, dass die Periode sich vielleicht ein bisschen verschiebt,

00:25:18: kann aber auch sein, dass man plötzlich feststellt PMS, also dieses Prämenstole-Syntrom wird

00:25:23: schlimmer oder dass die Anfang gegen Zyklusende Wasser einzulangern oder dass die Stimmung

00:25:27: vielleicht anfängt sich zu verändern.

00:25:30: Solche Dinge sind schon Zeichen für, ich sage nicht Wechseljahre, sag mal mal die Prä-Wechseljahre,

00:25:36: das ist ja eine ganz lange Phase, das muss man verstehen, es ist eine ganz lange Entwicklung

00:25:41: und das ist, ich sage immer wie so ein Farbverlauf von Pink zu Lila, wo alles so ganz langsam

00:25:48: ineinander übergeht, das ist eine Fließen der Übergang zwischen vertile und nicht vertile

00:25:54: Phase, also fruchtbare.

00:25:55: Ja, ich denke.

00:25:56: Und das ist im Prinzip das, was man wissen muss, wenn die Beschwerden ein Problem machen,

00:26:05: muss man auf alle Fälle etwas tun und wenn es ganz früh ist, kann man schon ein bisschen

00:26:10: schauen, welche Richtung man geht.

00:26:12: Also da gibt es pflanzliche Präparate, die manchmal schon reichen, muss man dann einfach

00:26:16: mal sehen.

00:26:17: Wie fällt da der Mönchspfeffer?

00:26:19: Mönchspfeffer, genau, das ist ein Klassiker.

00:26:22: Ein Klassiker, genau.

00:26:23: Genau, da gibt es diverse Präparate in diversen Stärken, es lohnt sich da, glaube ich, bei

00:26:30: dieser schier unübersichtbaren Markt da wirklich mal ein bisschen Recherche zu betreiben und

00:26:36: wirklich zu gucken, was hilft.

00:26:38: Also es gibt Frauen, die kommen mit einfachen Dingen aus der Drogerie zurecht und es gibt

00:26:42: andere, die brauchen da so ein bisschen speziellere Sachen, höher dosiert beispielsweise oder

00:26:46: mit anderen pflanzlichen Sachen noch dabei.

00:26:48: Ich habe selten erlebt, dass jemand mit pflanzlichen Sachen immer zurechtkommt, also für Jahre

00:26:57: und bis zum Ende.

00:26:58: Aber für den Anfang ist es häufig, tut es so oft auch.

00:27:01: Klar, man hat ja auch so gesagt, für jedes gegen jede Krankheit oder Zipperlein ist

00:27:07: ein Kraut gewachsen und es stimmt auch und von daher finde ich das auch ganz toll, wenn

00:27:12: man das dann einsetzen kann.

00:27:14: Aber es gibt dann schon einen Punkt, wo ich denke oder wo du vielleicht auch denkst,

00:27:18: dass es ganz sinnvoll ist, Hormone auch einzusetzen.

00:27:23: Ja, unbedingt.

00:27:24: Also wenn man mit pflanzlichen Sachen nicht mehr zurechtkommt, auf alle Fälle und es soll

00:27:31: aber auch nicht heißen, nimm pflanzliche Sachen, bis es dir richtig dreckig geht, sondern

00:27:37: wenn du trotz pflanzlichen Sachen immer noch Beschwerden hast, dann heißt es, es reicht

00:27:42: nicht, fertig aus und auch von neuen Symptome hinzukommen.

00:27:46: Wenn es darum geht, dass du schon überlegst zum Beispiel, ich muss zum Kardiologen gehen,

00:27:52: weil ich ständig Herz-Rhythmus-Störungen habe, ich muss zum Orthopäen gehen, weil

00:27:55: mir alles immer wehtut, ich muss zum Neurologen gehen, weil ich ganz schlimme Migräne andauert

00:28:01: habe, das sind Zeichen, das ist wirklich Zeit, bei den Hormonen zu gucken und zu schauen,

00:28:06: kann ich hormonell etwas gerade rücken, weil das Drama ist, wenn du zum Kardiologen gehst,

00:28:12: wenn du zum Neurologen gehst, wenn du zum Orthopäen gehst, die haben häufig wirklich nicht die

00:28:17: Lösung, die finden oft nichts, es ist nichts Greifbares.

00:28:20: Ja, das ist schon ganz spannend, dann tatsächlich auch die Hormone untersuchen zu lassen.

00:28:27: Ich denke jetzt gerade an Frauen, die schon ein bisschen älter sind, die jetzt auch zuhören

00:28:34: und jetzt wirklich das erste Mal Sheila gehört haben und denken, meine Güte, jetzt bin ich

00:28:42: schon durch, jetzt bin ich schon durch und habe aber all die Sachen, von denen ich eben gehört

00:28:54: habe und kann ich denn jetzt immer noch was machen oder ist es irgendwann zu spät?

00:28:59: Was ist mit den Rezeptoren für kümmern die oder sind die einfach nur im Schlafmoto,

00:29:04: sind die kann man wieder weg?

00:29:05: Die Rezeptoren sind immer da, die gehen nicht weg, ob die verkümmern, habe ich es auch

00:29:12: noch nie gehört, aber was auf alle Fälle, also die Frage, wie lange, wann, bis wann macht

00:29:18: es Sinn mit Hormone zu beginnen?

00:29:20: Generell ist es so, solange man Beschwerden hat, lohnt es sich diese Frage zu stellen

00:29:26: und wenn man andere Erkrankungen hat oder beginnende Erkrankungen hat, wie zum Beispiel

00:29:32: in der Vorstufe von Osteoporose, sogenannte Ostopenie, also dünne Knochen, ist es auf alle

00:29:37: Fälle wichtig auch diese Frage nachzugehen.

00:29:39: Als Faustregel sagen wir, bis zehn Jahre nach der letzten Periode darf mit einer Hormontherapie

00:29:49: angefangen werden, es sei denn jemand hat schon ganz schlimme Erkrankungen, also wenn

00:29:54: jemand zum Beispiel ein Diabetes hat, was nicht einstellbar ist oder ein nicht einstellbarer

00:30:01: Bluthochdruck und der ist vielleicht schon auf Intensivstation war und entsprechend

00:30:05: schwerstkrank ist, aber meistens haben diese Frauen ja dann auch andere Probleme, aber

00:30:10: wenn man so nicht sagen mal einen leichten Bluthochdruck hat oder kleinere Sachen ist

00:30:15: noch nicht richtig explodiert ist und man ist immer noch innerhalb von diesem zehn

00:30:20: Jahresfenster, würde ich auf alle Fälle empfehlen diese Frage nachzugehen und zu

00:30:25: gucken macht das Sinn für mich.

00:30:27: Was ist, wenn ich über die zehn Jahre hinaus bin?

00:30:30: Ich habe Patientinnen, die dann echt traurig sind und sagen so ein Mist, bei mir ist die

00:30:34: letzte Periode zwölf Jahre her, für mich kommt es nicht mehr in Frage, schade, wo ich

00:30:39: dann sage, warte, warte, warte, warte, es kommt immer darauf an, immer, wie, was, was die

00:30:46: Frauen für den Typ sind, wenn du zum Beispiel 62 bist und du hast zwölf Jahre die Periode

00:30:51: nicht mehr, du machst Sport oder du hast noch keine großen Erkrankungen oder bist vielleicht

00:30:58: Osteoporose gefährdet, weil das deine Mutter hatte, in drei Gottesnamen im Hormon, um

00:31:03: drei Gottesnamen.

00:31:04: Und die Kollegen, die solche Frauen einfach kategorisch weg schicken, das finde ich

00:31:10: nicht schön, das finde ich nicht gut, weil dann nimmt man dieser Frau die Chance dann

00:31:15: wirklich gesund zu bleiben, das finde ich nicht okay.

00:31:18: Ja, also, ja, finde ich schön, dass du das so sagst, liebe Sheila.

00:31:26: Hormone sind nicht gleich Hormone.

00:31:28: Richtig, richtig, richtig.

00:31:30: Ich weiß, ich weiß noch, als ich angefangen habe, hatten Hormone einen ganz schlechten

00:31:36: Ruf, wirklich einen ganz schlechten Ruf.

00:31:39: Mittlerweile bin ich ein absoluter Fan von bioedentischen Hormonen.

00:31:45: Du arbeitest mit ihnen ganz lange und hast ganz viel Erfahrung.

00:31:50: Sag doch mal bitte was zu diesem Thema Hormone und ja, deine.

00:31:54: Gerne Meinung dazu.

00:31:55: Also, es gab ja in der Studie 2000 und zwei sind die Daten rausgekommen.

00:32:01: Diese Studie ist fehlinterpretiert worden, bzw.

00:32:05: einseitig interpretiert worden.

00:32:07: Und diese Studiendaten sind vorzeitig voreilig an die Presse herausgegeben worden, ohne dass

00:32:14: hier gegen kontrolliert worden sind.

00:32:16: Und ich sage immer, das ist jetzt vielleicht, ja, ich sage immer, eine Lüge ist schneller

00:32:22: um die Welt gerannt, da hat die Wahrheit noch gar keine Zeit gehabt, sich die Schuhe

00:32:25: anzuziehen.

00:32:26: Ja, vielleicht ein bisschen dramatisch gesagt, aber es verbreitet sich gerade in den Medien.

00:32:30: So was, oh mein Gott, oh mein Gott, ja, alle regen sich auf.

00:32:34: Und ja, was auf der rechtlichen Seite im Hintergrund passiert ist, ist, dass diese

00:32:39: Pharmafirmen in USA Unmengen zahlen mussten an Schadensersatz.

00:32:44: Unmengenschaden, Unmengen, wirklich, also ich glaube, das war zweifache, zweifache Milliarden

00:32:52: oder es war eine kranke hohe Zahl, was die Zahlen mussten.

00:32:56: Einfach, wo für denn eigentlich?

00:32:58: Für die Frauen, die geklagt haben, ja, mal vorgeklagt, weiß ich, wie das ist in USA.

00:33:02: Klar, wir haben einfach mal gucken, was dabei rauskommt.

00:33:04: Und das war natürlich dann der Hinweis dann für, und wenn eine Pharmafirma geschadet ist

00:33:10: und Versicherungen geschadet sind, dann kannst du absolut davon ausgehen, die wollen nicht,

00:33:16: dass das doch mal passiert.

00:33:17: Und deswegen, ab dann haben die für alle Hormone einfach reingeschrieben und das machen die

00:33:20: bis heute in sämtische Beipackzettel, schreiben die Gottes Willen, alles schlimm, alles schlimm,

00:33:25: ja, Warnung, Warnung, Warnung, Warnung.

00:33:27: Aber die Präparate, die damals benutzt wurden, die benutzen wir heute nicht mehr.

00:33:32: Wenn man die damals benutzt hätte und damals weiter benutzt hätte, wäre das Risiko etwas

00:33:37: höher vielleicht, minimal, dass man Brustkrebs bekommen hätte.

00:33:41: Aber wirklich jetzt auch nicht so, dass es mein Gott, dass das Leid, was man hat, ohne

00:33:48: in Kauf zu nehmen, wäre zwingend.

00:33:50: Aber die Präparate, die wir heute verwenden, ist so und so was ganz anderes.

00:33:55: So sagen bio-identisch, das soll nicht so ein Buzzword sein, bio als sei das irgendwie

00:34:00: alles wie ein Biomarkt oder wie Demeterqualität oder so was.

00:34:04: Eigentlich heißt es auch human-identisch oder auch körper-identisch.

00:34:08: Und das ist einfach das Molekül, was der Eierstock früher hergestellt hat, wird einfach

00:34:13: ersetzt.

00:34:14: Und die Präparate, die wir jetzt hier haben, ist wirklich so, dass wir, also ihr als Gynäkologen

00:34:19: alle nur noch diese human-identischen und bio-identischen Hormone verwendet oder ist

00:34:25: es schon da eine bestimmte Gruppe überlassen?

00:34:28: Also anderen für sich verwenden fast, ja, oder die meisten verwenden körper-identische

00:34:34: Hormone.

00:34:35: Viele davon wissen nicht, dass sie bio-identische Hormone verordnen.

00:34:38: Das Problem ist, ist, dass viele denken, bio-identische Hormone, das muss irgendwas Besonderes sein

00:34:45: und darf nicht in der Apotheke verfügbar sein.

00:34:48: Die Standardpräparate, die man heute verwendet in den Wechseljahren, in der Behandlung der

00:34:53: Peri- und Postmenopause, das sind Standardpräparate, die man in der Apotheke bekommt auf Kassenrezept

00:35:00: schon fertig in einer kleinen Kiste, schön aufgemacht.

00:35:03: Und die gibt es, wie gesagt, auf Kassenrezept und die sind bio-identisch.

00:35:08: Und das wissen nicht unbedingt alle Kollegen.

00:35:11: Und deswegen heißt es dann, bio-identisch kriegen sie bei mir nicht, bei mir kriegen

00:35:14: sie nur das, was auf Kassenrezept gibt.

00:35:17: Es ist das same.

00:35:18: Okay.

00:35:19: Das ist schwer zu schlucken.

00:35:23: Ja, weil ich denke, es wäre schon gut, sich da richtig auszukennen, weil ich glaube, es

00:35:31: gibt einfach schon einen Unterschied zwischen human-identisch und z.B.

00:35:37: zwischen tatsächlich synthetisch hergestellten Hormonen, die dann vom Molekül her eben nicht

00:35:46: genauso aussehen wie unser eigenes.

00:35:48: Und ich glaube, das ist auch für den Körper dann vielleicht nicht so ganz.

00:35:53: Ja, es ist nicht so ganz.

00:35:55: Also im Prinzip, es gibt Kombitabletten, die werden häufig immer wieder verordnet.

00:36:00: Manchmal muss man sie verordnen aus diversen Gründen, weil die Patientin jetzt das andere

00:36:06: nicht verträgt.

00:36:07: Es gibt es.

00:36:08: Und wenn man eine Kombitablette hat, wo sozusagen alles drin ist, die müssen über die Leberverstoff

00:36:14: wechseln werden und haben damit immer dieses Risiko einer erhöhten Thrombose, Schlaganfall,

00:36:21: Lungenembolie, all diese Dinge.

00:36:23: Also jetzt nicht extremst hoch, also man nimmt nicht eine Tablette und landet gleich auf der

00:36:27: Intensivstation, aber es ist entsprechend dann die ungünstigere Risikoprofil als wenn man

00:36:33: schmiert, also auf die Haut schmiert.

00:36:35: Ja.

00:36:36: Du bist ja auch sehr aktiv in Social Media.

00:36:45: Es gibt dann anscheinend auch noch ganz schön viel Informationsbedarf oder geht es da um

00:36:50: Austausch?

00:36:52: Es geht sowohl um Austausch als auch um Informationsbedarf, weil es gibt viele Frauen, die immer noch

00:37:01: nicht genau wissen, wer jetzt recht hat, sagen wir mal so.

00:37:04: Die hören das eine, dann hören sie das andere, dann gehen sie zum Frauenarzt, er sagt wieder

00:37:09: was anderes.

00:37:10: Gut, das ist der Frauenarzt, den kennst du jetzt auch schon seit 20 Jahren und jetzt sagt

00:37:13: dir plötzlich das und im Internet steht das und jetzt hast du aber noch einen anderen

00:37:17: Buch das gelesen und die sind schon verunsichert.

00:37:20: Also es ist keine einheitliche Darstellung nach außen und das ist glaube ich das Problem.

00:37:25: Die Frauen sind nicht blöd, aber wenn es um den eigenen Körper geht und wenn

00:37:29: da auch tiefsitzende Ängste gibt, die dann immer wieder und immer wieder

00:37:32: geschürt werden, ist das schwierig. Deswegen kommen häufig Fragen und ich

00:37:36: habe auch viele Patienten, die wirklich schlaue, nette, differenzierte Frauen sind,

00:37:42: die sagen, okay, ich habe die Buch gelesen, ich habe alles verstanden, aber ich muss

00:37:45: es noch einmal fragen, machen die Hormone wirklich Dicks? Dann muss ich

00:37:50: dann genau erklären, nochmal, du bist nicht doof, als du das fragst,

00:37:53: sondern mancher muss man das einfach nochmal hören, dass die Hormontherapie

00:37:58: so wie sie jetzt ist, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt begonnen wird, dir

00:38:03: deutlich mehr Vorteile bringt, als wenn du sie nicht nimmst.

00:38:07: Es ist, wenn Frauen 70 sind, 75, dann zu beginnen. Total fit.

00:38:14: Was machst du mit denen Frauen? Ich schicke niemand, erst mal, ich schicke

00:38:18: niemand erst mal weg. Man muss erst mal gucken, man muss erst mal mit denen reden.

00:38:22: Die Frauen sind ja, was ich nicht mag, ist diese, wie ich so genannt habe,

00:38:29: diese Infantilisierung der Frauen. Dass man den Frauen nicht zutraut,

00:38:34: eine eigene Entscheidung zu treffen, dass man den nicht zutraut zu wissen, was

00:38:39: mit ihrem Körper gut ist. Ich sage mal, dass Zünderin an der Waage meine

00:38:44: Frau, die 70 ist, die allgemeine Gesundheit, ganz klar, was ich immer

00:38:50: kontrollieren würde, wäre, hat sie denn atheriosklarotische Ablagerung in dem

00:38:54: Preis? Gefäßverkalkung. Wenn sie Gefäßveränderungen hat, kann man

00:38:59: davon ausgehen, okay, die könnten jetzt auch woanders sein, diese Gefäßveränderung.

00:39:03: Das hat schon ein bisschen anderes Risikopofil, aber auch das muss man mit

00:39:07: der Patientin besprechen und sagen, dass und das und das. So und so viel

00:39:11: würden sie profitieren, wenn sie das benutzen. Und das wäre ein Nachteil, was

00:39:16: aber alle Frauen nehmen können. Alle Frauen auf dieser Welt, egal wie alt

00:39:21: sie sind, egal ob sie Brustkrebs hatten, egal ob sie einen Schlaganfall hatten,

00:39:26: egal ob sie eine Thrombose hatten, ist eine vaginale Oestrogencreme. Eine

00:39:30: vaginale Oestrogencreme ist so wichtig für die Vagina, wie Zähne putzen ist,

00:39:34: für die Zähne. Und so ist es anzuwenden und genauso ist es zu bammeln.

00:39:38: Ich habe mir jetzt erzählt, aber bitte mal ruck mal rum, weil das ist ein Riesenthema.

00:39:41: Das fängt ja schon ganz früh an. Es geht um die Trockenheit in der Schweide.

00:39:45: Die Scheidentrockenheit. Ich erwische mich auch immer wieder wie ich sage,

00:39:49: Scheidentrockenheit, aber eigentlich ist die Scheide auch hochtrocken, aber das ist

00:39:53: nicht das Problem. Wenn sie nur trocken wäre, müsste sie ja nur eincreme.

00:39:56: Nein, das Problem ist, dass die vaginal Haut ausdünnt. Die wird ganz, ganz

00:40:02: dünn. Die tut weh. Die kann anfangen zu jucken, die kann anfangen unangenehm zu

00:40:08: brennen. Das kann anfangen beim Sex einzureißen oder beim Sex generell weh

00:40:12: zu tun. Es kann anfangen dann weh zu tun, wenn man im Restaurant sitzt oder enge

00:40:16: Hosen anhat oder Fahrrad fährt. Also es gibt eine ganze Kladra-Dutch von Symptomen,

00:40:20: die man bekommen kann, mit Hormonmangel in der Vagina. Das ganze nennt man vaginale

00:40:25: Atrophie. Und die vaginale Atrophie bekommen wir fast alle. Und das war

00:40:29: eigentlich mit für mich der Motor, dass ich überhaupt angefangen habe zu

00:40:32: schreiben, weil ich habe gedacht, das kann doch nicht sein, dass wir Frauen

00:40:36: behandeln wie kleine Kinder und denen nicht erzählen, dass etwas Grundsätzliches

00:40:40: mit ihrem Geschlecht passieren wird und das ab Mitte 40. Und es bleibt auch nicht

00:40:45: bei der Vagina, sondern es erstreckt sich auf die Harnblase, die Harnblasengesundheit.

00:40:49: Das heißt, ich fange dann an dauernd Harnwegsinfektion.

00:40:53: Ja, in Kontinenz auch.

00:40:54: In Kontinenz, Drang-In Kontinenz. Also dieses ständig auf Toilette rennen

00:40:57: müssen und immer wieder und immer wieder und immer wieder. All das findet seinen

00:41:01: Wurzel im Hormonmangel. Alles. Und das kann man korrigieren, wenn man das weiß.

00:41:07: Und ich habe, weiß ich noch vor Jahren zu meiner Mutter gesagt, weißt du was?

00:41:10: Ich finde, die Behandlung, also diese Attitude zur vaginalen Gesundheit in

00:41:16: Deutschland erinnert mich an die Zahnmedizin in Deutschland auf dem

00:41:20: Land im Jahr 1905. Und zwar bist du dann zum Zahnarzt gegangen, wenn du ein

00:41:24: Lochenzahn hattest und er hat dir das rausgezogen und dann irgendwann hatte

00:41:28: es halt keine Zähne mehr im Mund und dann war es einfach so.

00:41:30: Das ist in Amerika anders.

00:41:31: In Amerika ist es dezent anders. Also man redet lockerer über diese Dinge.

00:41:36: Das macht der, ich sage mal, der der Not macht das, weil nicht jeder kann zum

00:41:40: Arzt gehen. Viele Frauen wissen das, aber bei weitem nicht alle. Und da gibt es

00:41:45: auch so eine Spaltung. Also es gibt die Frauen, die aufgeklärt sind, die auch

00:41:48: gerne darüber reden und dann gibt es in USA natürlich die anderen. Ja, da gibt es

00:41:51: ja eine ganz große Menge, die einfach nicht gerne über diese Dinge reden und

00:41:54: das nicht wissen.

00:41:55: Hier aber diese Salbe, ich glaube, da sind jetzt ganz viele, ganz hellhörig geworden.

00:42:00: Kann man die kaufen oder muss man zum Arzt gehen?

00:42:02: Man muss zum Arzt gehen. Man muss zum Arzt gehen. In England ist es so, da kann man

00:42:05: die mittlerweile im Dark Store oder im Supermarkt kaufen. Das finde ich

00:42:08: sensationell. Das finde ich ganz toll. In Deutschland ist man dann noch nicht so

00:42:11: weit. Das macht ja auch nichts. Nein, das wissen wir.

00:42:16: Aber wir sind wieder die Bedenkenträger hier. Ich glaube Europa, also ich will

00:42:21: es nicht schon auf Deutschland mündsen. Ich glaube europaweit ist es so ein

00:42:24: Ding, die Bedenkenträger. Aber es ist ähnlich wie mit Melatonin. Kannst

00:42:30: du dich erinnern? Ganz früher Melatonin musste man sich holen aus USA.

00:42:34: Das war in Deutschland verboten, weil es so gefährlich war. Ja, und es wurde

00:42:37: auch ganz negativ beschrieben. Ja, ganz schlimm. Und heute weiß man ganz

00:42:42: viel darüber, wie toll es ist. Und das ist so ein bisschen meine Fantasie

00:42:45: Vorstellung. In 20 Jahren wird es auch so sein mit der originalen Creme. Das

00:42:49: finde ich mir ganz sicher. Und weißt du, was ich, also ich frag dich jetzt mal,

00:42:54: lieber so rum, die evidenzbasierte Medizin erwartet ja ganz andere Sachen.

00:43:01: Wenn wir auf die warten wollen, würden wir lange warten? Würden wir lange warten.

00:43:04: Und das ist ja auch nicht wissenschaftlich. Wenn wir doch jetzt

00:43:09: schon wissen, wenn wir jetzt schon wissen, dass das funktioniert, wollen wir jetzt

00:43:14: warten auf eine große Studie von 120.000 Frauen, die dann sagt, stimmt, die 120.000

00:43:21: Frauen oder die 60.000 Frauen, die geschmiert haben, die haben jetzt kein

00:43:24: Inkontinenz. Die anderen tragen jetzt alle Windeln. Super. Also das kann doch nicht

00:43:28: sein, wenn wir es doch jetzt schon wissen. Und es macht überhaupt nichts. Und bitte,

00:43:32: bitte, bitte, liebe Pharmafirmen bzw. juristische Abteilung bei diesen

00:43:36: Pharmafirmen, nehmen die Warnungen raus aus diesen Zetteln von der originalen Creme,

00:43:40: bitte. Es ist albern. Es ist wirklich albern.

00:43:44: Deswegen gibt es ja auch ganz viele Frauenärzte, die nicht diese Fertigpackungen

00:43:49: verschreiben, sondern die verschreiben diese Salbe, so dass sie angefertigt wird,

00:43:55: damit nämlich keine Nebenwirkungen drauf stehen. Das stimmt damit man sich, dass

00:44:01: damit die Patienten sich das nicht durchlesen und nicht vorunsichert werden.

00:44:04: Ja, das ist diese Praxis der selbst angefertigten Medizin oder

00:44:09: angefertigten Präparate. Das wird, das bekommt sehr viele oder einige

00:44:14: Buchrufe in Deutschland von einigen offiziellen Institutionen. Das halte ich

00:44:20: für unangemessen zu sagen, die Hormone, die in den Apotheken angerührt werden,

00:44:26: wären irgendwie alle, was war erstand letztens in der Zeitung, nicht reguliert

00:44:32: und alle, als wäre das so ein Wildwuchs. Es ist kein Wildwuchs. Also jede Apotheke

00:44:37: Deutschlands ist strengsten SOPs, also Standards of Operation Unterworfen, die

00:44:43: sind, die werden natürlich strengstens kontrolliert von Behörden. Also dazu sagen

00:44:48: jeder Apotheke, könnt sich da in der Küche selbst irgendwas zusammenmischen,

00:44:51: ist es völliger Quatsch. Also die machen das schon sehr gewissenhaft. Ich arbeite

00:44:54: mit ein paar Apotheken zusammen, die sind extremst passioniert, extremst

00:44:58: gewissenhaft, wirklich sehr sehr pünktlich. Und bei manchen Frauen ist es so, dass,

00:45:03: also wenn man so die Frage sich stellt, warum soll ich denn, warum bekomme ich

00:45:07: dann etwas, was selbst angefertigt ist. Es gibt Frauen, die kommen mit den

00:45:10: Standarddosierungen nicht zu Recht. Ja, man braucht, manche brauchen weniger, als

00:45:15: es die Standarddosierung in der normalen Apotheke hergeht, manche brauchen mehr.

00:45:18: Und da macht sowas auf alle Fälle Sinn.

00:45:22: Schiller, es gibt immer noch Mythen über den weiblichen Körper. Fallen dir welche

00:45:31: ein? Oh, jede Menge. Oh mein Gott, okay, die drei häufigsten.

00:45:40: Ja, eines der häufigsten ist eine Frau sollte zum Orgasmus kommen. Du hast ja

00:45:48: deine Zuschauer gesagt, ich rede ja immer ganz offen über. Ja, ja bitte. Also

00:45:52: einzelmythen ist eine Frau sollte zum Orgasmus kommen durch das Reihen raus,

00:45:56: Reihen raus und man muss einfach, also Pinnes rein, Pinnes raus, ja. Und das ist,

00:46:01: das funktioniert so nicht, weil dafür ist die Vagina nicht gedacht. Die Vagina ist

00:46:05: nicht gedacht zur primären Stimulation, sondern die Clitoris ist dafür gedacht.

00:46:08: Deswegen ist die Clitoris auch anatomisch gesehen vom Ansatz genau dort, wo der

00:46:12: Pinnes auch ist. Ja, das ist also quasi dort muss stimuliert werden, wenn man zum

00:46:17: Orgasmus kommen will. Und natürlich gibt es Frauen, die nicht stimuliert werden

00:46:20: müssen von außen, aber die meisten brauchen eine Stimulation von außen. Das

00:46:23: ist nicht, weil man defekt ist oder nicht richtig funktioniert. Sonst,

00:46:27: das ist einfach völlig normal. Und eigentlich werden wir alle deutlich

00:46:29: entspannter. Auch die Männer, wenn die Wüsten, die sind jetzt gar nicht schuld.

00:46:33: So viele junge Männer sind, die ist nicht zum Orgasmus gekommen, ich habe

00:46:36: irgendwas falsch gemacht, ich bin nicht gut drin. Quatsch, ist das keiner schuld.

00:46:39: So ist einfach die Anatomie, das ist ganz normal. Das ist so was, ich glaube, wenn die

00:46:43: Welt das akzeptieren würde, wäre die Welt deutlich entspannter. Wenn die Welt

00:46:46: das wüsste. Ja, ich glaube akzeptieren ist so ein hoffentliches Thema, aber die

00:46:50: müssen das mal wissen, wenn die was anderes denken. Ja, ja, es ist das halt, ja.

00:46:55: Und man lässt sich doch auch leicht verunsichern, auch als junges Mädel, wenn

00:46:58: dann dann auch irgendwie ein Freund ist oder ein Partner ist, der sagt, also,

00:47:01: alle anderen konnten das bis jetzt nicht, nur du kannst das nicht. Und was machen

00:47:06: wir Frauen? Wir sagen nicht, zieh dich an und hau ab, sondern wir fangen an zu

00:47:09: googeln, warum kann ich das nicht? Das ist ja, das ist ja schade. Aber deswegen

00:47:13: wiederhole ich es immer wieder einfach für alle nochmal. Auch für die Leute, die

00:47:17: ganz hinten sitzen. Perfekt, also Mythos Nummer eins.

00:47:22: Mythos Nummer zwei ist etwas, was wir vielleicht, worüber man vielleicht reden

00:47:28: soll, diese Vorstellung, dass man von der falschen Unterhose entscheiden

00:47:33: Pilz kriegt. Das ist so weit verbreitet. Viele denken, ja, du darfst keine,

00:47:38: nicht eine Synthetik Unterhose anziehen, sonst kriegst du ein Pilz und so, aber

00:47:41: das ist ja nicht, du kriegst ja nicht von einer Unterhose ein Pilz. Und vor

00:47:46: allen Dingen auch, wenn man so ein bisschen so spitzen Unterhosen hat, die

00:47:48: haben ja alle einen Baumwollzwickel. Also es zieht sich jetzt keiner ein

00:47:51: Latex Unterhose an, es sei denn, hat ein spezielles, sagen wir mal, Ereignis vor

00:47:56: oder hat was spezielles vor mit der Latex Unterhose. Aber am

00:48:01: sonst die meisten Stringentangas oder sonst haben ja einen Baumwollzwickel.

00:48:04: Man kriegt davon kein Pilz und es nützt dann auch nix, alle Unterhosen abzukochen

00:48:09: oder sonst irgendwas, oder die Oma Unterhosen nur noch zu tragen.

00:48:12: Das ist, es liegt nicht an den Unterhosen.

00:48:14: Herr Kriegmöller, einen Pilz?

00:48:16: Ein Originalpilz ist ein opportunistisches Ding, was sich dann ausbreitet, wenn die

00:48:22: Gegebenheiten günstig sind. Warum diese Gegebenheiten günstig sind, können

00:48:27: diverse Sachen sein. Manchmal ist es, wof, eine Immunsache, eine Immunsystemsache.

00:48:33: Manchmal ist es, weil man Schwanger ist beispielsweise, ein hormonelles

00:48:37: Geschehen, weil in Pilz beispielsweise auch das Ostrogen liebt. Also das heißt, wenn wir

00:48:42: viel Ostrogen im Körper haben, wie in der Schwangerschaft, dann können manche

00:48:46: Pilze Party feiern. Manche haben einfach, ja, wie gesagt,

00:48:51: einen Hang dazu und manche haben dann einfach ganz viel Antibiotika genommen,

00:48:54: dass der Abwehr platt ist, auch in der Vagina und dann kann sich das auch

00:48:59: ausbreiten. Also gibt es so diverse Gründe. Und man kann gut behandeln.

00:49:03: Man kann es gut behandeln, klar. Ganz easy. Ja, ja, das ist das, das, das auf

00:49:06: alle Fälle. Okay, Nummer zwei. Hast du noch einen?

00:49:08: Nummer drei. Ich bin überlegen.

00:49:11: Ja, mit Sicherheit. Du kriegst nicht von der Toilette Geschlechtskrankheiten.

00:49:22: Viele denken, du kannst von der Toilette Geschlechtskrankheiten kriegen oder

00:49:26: vom Schwimmbad. Ja, man kriegt weder vom Schwimmbad, noch von der Toilette

00:49:30: Geschlechtskrankheiten. Man kriegt man die?

00:49:32: Vom Sex. Sonst würden sie Schwimmbadkrankheiten heißen. Toilettenkrankheiten.

00:49:38: Sehr simpel. Eigentlich sehr simpel. Also eigentlich sehr simpel.

00:49:42: Es gibt manche Fälle von, die nennen sich Trichomonaden. Trichomonaden sind so

00:49:47: schwimmende Erreger, die eigentlich sehr eklig sind, die in Whirlpools vielleicht

00:49:52: schwimmen. Nur überleben sie eigentlich nicht lang im Wasser. Also wenn es einer

00:49:55: tatsächlich schafft, von einer Vagina, von einer Frau, zur Vagina von

00:49:58: anderen Frau zu schwimmen und dort anzuhäften und dort sich zu

00:50:02: vermehren, hatte eigentlich eine Medaille verdient.

00:50:05: Also insofern ist es wirklich extrem selten. Also das kurz und knapp, also wenn

00:50:10: jemand eine Geschlechtskrankheit hat und der Partner war irgendwie sehr lang

00:50:14: verreist oder irgendwie hatte es sich oft mit seiner Kusine getroffen, die

00:50:18: nach einem Ende nicht seine Kusine war, dann lasst ihr nicht erzählen, es kam

00:50:23: für der Toilette oder vom Schwimmbad, weil das stimmt nicht.

00:50:26: Das finde ich auch ganz wichtig, weil solche Sachen kursieren einfach immer noch

00:50:31: in den Köpfen. Schiller, du bist ja schon sehr, sehr offen in deiner Art. Du sagst,

00:50:42: was du denkst, du sagst, was du siehst.

00:50:46: Ecks du damit manchmal an? Ja, das schon. Ich sehe das manchmal an den

00:50:52: Gesichtern, gerade in Interviews, wenn ich, wenn die erschrocken sind, wenn ich

00:50:59: plötzlich das Wort "Vagina" sage, dass ich dann sage, okay, Entschuldigung, ich habe

00:51:03: jetzt das Wort "Vagina" gesagt, weil es ist wirklich, für mich ist es total normal.

00:51:09: Für mich ist es völlig normal, über diese Dinge zu sprechen und manchmal, wenn ich

00:51:14: in meinen Kopf schon so, also ich versuche natürlich immer, mich auf die

00:51:17: Situation einzulassen und einfühlsam zu sein, aber manchmal bin ich bei meinen

00:51:21: Gedanken schon so viel schneller weiter und dann merke ich, derjenige war doch

00:51:25: gar nicht drauf vorbereitet und dann spürt sich dann so wie die Energie sich so

00:51:27: leicht verhindert, dass ich denke, okay, oder bei Vorträgen manche. Also bzw. wenn ich

00:51:31: jetzt bei Vorträgen mache, bei Nichtmedizinern oder bei Leinen und ich

00:51:36: fange dann irgendwo mal fällt dann das Wort "Vagina" dann und das sind vielleicht

00:51:40: junge Männer im Publikum dann sage ich, ich habe das Wort "Vagina" gesagt, Leben

00:51:43: ja, alle noch, okay, können wir jetzt weitermachen. Also da hat man das einfach mal

00:51:46: aus dem Weg geräumt hat. Eigentlich wäre es doch schön, wenn

00:51:51: jeder ganz offen darüber reden würde, könnte. Kann man bestimmt auch lernen.

00:51:56: Man sicherlich kann das lernen, man muss Dinge abbauen, man muss sich erst mal

00:52:02: bewusst sein, wo es bei einem selber hängt und ich glaube, das ist das Problem.

00:52:05: Oft ist es so, dass man merkt, dass man erst gar nicht merkt, warum ist das mir

00:52:09: das unangenehm ist und dann muss man erforschen, warum ist mir das unangenehm

00:52:12: und wenn man dann darüber reden muss, muss man dann entsprechend diesen

00:52:16: dritten Schritt machen und sagen, okay ich leg jetzt diesen Charme ab, weil er ist

00:52:19: nutzlos. Es bringt nichts. Nein, es bringt Unfreiheit. Eben, Unfreiheit, genau.

00:52:23: Richtig, richtig, richtig. Das ist aber eine Entwicklung, was ich dennoch oft

00:52:27: beobachte, dass viele Menschen dann einfach erst merken, oh das ist mir

00:52:31: peinlich, warum muss man das peinlich nehmen? Soll mir jetzt einfach nicht

00:52:34: mehr peinlich sein. Und das ist manchmal ganz gut zu beobachten.

00:52:38: Schila, da ist ein Kästchen. Magst du dir das mal gerade nehmen?

00:52:43: Okay. Und dann einfach mal aufmachen.

00:52:48: Okay, da sind so drei Sachen drin und ich möchte gerne, dass du da vielleicht

00:52:53: was zu sagst. Okay, was haben wir hier? Du hast groß geschrieben,

00:52:58: ich wollte schon meine alte Menschenbrille raus setzen, aber ich brauch sie nicht,

00:53:01: weil du groß geschrieben hast. Jetzt haben wir hier ein Rezept pro Gästeron 3%

00:53:06: Liposomengel 100 Gramm. Ja, das ist etwas, was häufig oder

00:53:13: hier und wieder verordnet wird, dass es pro Gästeron über die Haut wird in der

00:53:18: Gynecologie eher auch nicht gemocht, sagen wir mal so. Ich verordne das selber

00:53:25: auch nicht, weil es nicht den gewünschten Effekt bringt in der Gebärmutter.

00:53:33: Das muss ich gleich mal ein bisschen ausholen. Ich habe aber durchaus Patienten,

00:53:38: die sagen, wenn ich mir das auf die Haut schmiere, kann ich davon gut schlafen.

00:53:41: Und es funktioniert für mich und wenn es für sie funktioniert und wenn die

00:53:45: Konstellation stimmt, dann soll ich das jetzt umstellen. Wenn die Patientin damit

00:53:49: kommt, damit es gut klar kommt, dass nichts dagegen spricht, dann lasse ich das dabei.

00:53:52: 3% ist glaube ich auch ein bisschen niedrig dosiert. Ich glaube die meisten

00:53:56: sind 10% die Ankommen, die ich sehe. Aber es sind jetzt vielleicht kleine

00:54:02: Kleinigkeiten. Aber andere für sich, also pro Gästeron über die Haut macht man

00:54:06: nicht so sehr standard, es ist tatsächlich eine Tablette, was man nimmt.

00:54:09: Also eine Tablette klingt jetzt, aber es ist eher so ein kleines Gli, was man schluckt.

00:54:13: Genau und das auch kann man, also nimmt man ein, gerne abends.

00:54:18: Ist es richtig? Unbedingt abends. Weil pro Gästeron ist doch so gut zum Schlafen.

00:54:23: Ja, das entspannt das Gehirn wunderbar. Das ist sehr schön. Und dass es auch

00:54:28: eine Information, dass Patienten unbedingt mitgegeben werden müssen.

00:54:31: Ich habe auch schon Patienten erlebt, die mir sagen, pro Gästeron vertrage ich nicht.

00:54:36: Und wenn man ein bisschen näher sich das erzählen lässt und sagen, ich habe das

00:54:39: nach dem Abendessen genommen um 18 Uhr und dann war mir schwindelig und das ist

00:54:44: nein, nein, nein, man muss es neben vorm Schlafen gehen. Ja und besten neben

00:54:47: Nachtisch und dann nehmen und dann ist es meistens innerhalb von 10, 20 Minuten

00:54:52: entfaltet es seine Wirkung und dann kann man, kann man hübsch schlafen, hübsch

00:54:55: einschlafen und hübsch durchschlafen und das ist ja wichtig.

00:54:58: Ja, tief schlafen, alles wieder so wie, wie das mal gewesen war und das ist,

00:55:03: glaube ich, für viele ein ganz echt, ein toller, ja, tolle neue Lebensqualität diese

00:55:09: wiederbekommen dadurch. Eben, eben und pro Gästeron ist ja eines der ersten

00:55:13: Hormone, was ausfällt, wo das wird ja produziert aufgrund des Eisprungs

00:55:17: eigentlich und wir brauchen einen knackigen, guten, gesunden, jungen, hübfer

00:55:22: Eisprung, damit wir eine gute Progästeronversorgung haben und es ist

00:55:26: einfach so, dass die Qualität der Eizellen abnimmt und wenn die, das

00:55:30: Ei nicht mehr so gut ist, wenn wir das Sprung nicht mehr so gut, wenn der

00:55:33: Eisprung nicht mehr so gut ist, ist die Progästeronversorgung auch mehr und das

00:55:37: führt dann häufig dazu, dass der erste Symptom bei den Frauen ist, dass sie

00:55:40: anfangen nicht mehr durchzuschlafen. Fällt mir gerade ein, du hast doch eine

00:55:45: online Hormonklinik. Ja, also die gehört nicht mir, also die sei dann Hormonklinik,

00:55:51: aber ich arbeite in dieser Hormononlineklinik und ja, aber die ist

00:55:56: schon, die Idee entstammt von mir, sagen wir mal so und da berate ich ganz, ganz

00:56:02: viele Frauen, die zu mir kommen, quasi online zu mir kommen, weil ich festgestellt

00:56:06: habe, als mein Buch rausgekommen ist, was ich nicht gewusst habe, ist wie schlecht

00:56:11: es um die Versorgung geht von den Frauen in Deutschland. Ich wusste es nicht,

00:56:16: Petra, hätte ich das gewusst, hätte ich glaube ich noch ein bisschen einringlicher

00:56:19: geschrieben. Ich habe eigentlich gedacht, die meisten

00:56:22: Gynokologen denken wie ich, bis ich festgestellt habe, erstens ist das nicht

00:56:26: so und zweitens gibt es Strecken von Deutschland, wo es ganz schwer ist,

00:56:29: überhaupt ein Gynokologen zu finden. Ich habe mit Patienten gesprochen, die

00:56:33: sagen, in meiner Umgebung bekommst du kein Termin mehr in der nächsten 100

00:56:36: Kilometer entfernt und mit denen müssen die sich dann auch zufrieden geben, weil

00:56:39: der ist uns keiner. Ich meine, das ist ein Drama, das ist wirklich ganz, ganz

00:56:43: stimmt und in der Hormononlineklinik haben wir die Möglichkeit, die

00:56:46: Patienten wirklich dort abzuholen, wo sie sind, nämlich zu Hause auf ihrer

00:56:49: Couch und das ist ganz schön und ich bin auch immer dann bei mir zu Hause auf der

00:56:52: Couch und ich finde es auch schön, weil mir läuft er rundherum und es ist ein

00:56:55: entspannteres, gutes Arbeiten. Ich mag das sehr gerne.

00:56:58: Ich glaube auch, so wie du das Buch geschrieben hast, denke ich ganz viele

00:57:02: deine Patientinnen, die sehen dich wirklich als Freundin, weil du so nahbar

00:57:07: bist und das erlebe ich auch jetzt gerade auch eher in diesem Gespräch, das ist

00:57:11: natürlich unglaublich toll, wenn ja, wenn solche Themen auch Themen, also

00:57:18: Thema werden. Machst du mal weiter?

00:57:20: Ja natürlich.

00:57:21: Ich gehe noch ein bisschen weiter, es geht auch weiter. Du kannst auch den Deckel

00:57:24: hier vorne wieder hinlegen, wie du magst.

00:57:26: Ja.

00:57:27: Das ist das, was bist du? Einfach aufmachen?

00:57:32: Kannst du einfach aufreißen?

00:57:35: LADY GIGGA, WUNHABBA.

00:57:48: Weißt du warum, dass da drin ist?

00:57:50: Ja.

00:57:51: Ich weiß gar nicht wer es war, jemand hat angefangen, mich die Lady Gaga der

00:57:58: Gynecologie zu nennen, das fand ich total cool. Das fand ich sehr, sehr schön,

00:58:04: weil Lady Gaga hat ja schon was ganz eigenes an sich, die hat von Anfang an

00:58:10: eigentlich so ihr eigenes Ding gemacht und es war eigentlich egal was alle

00:58:15: anderen von ihr halten und das war auch so ein bisschen bei mir so, also ich war

00:58:19: durchaus so ein bisschen in der Rebellion, weil diese dann doch sehr,

00:58:23: sagen wir mal, der deutsche Mediziner und dabei der Gynecologie insbesondere ist

00:58:29: ja eher ein konservatives Wesen und möchte eher nicht auffallen und möchte

00:58:33: eher so ein bisschen diese Korrektheit nach außen strahlen und ich habe

00:58:37: irgendwann mal gemerkt, also ich habe nicht irgendwann mal, ich habe sehr schnell

00:58:39: gemerkt, dass es nicht meine Welt und als ich in der Niederlassung war, habe ich

00:58:45: dann mehr und mehr wirklich meine Stimme gefunden und dachte, ich kann auch

00:58:49: eigentlich sein, ich kann auch ich sein, ich muss doch nicht.

00:58:52: Und es war dann natürlich meine Freiheit, was ich mit schreiben habe in

00:58:56: Blogs und entsprechend bei solchen jetzt schönen Anlässen wie hier, kann ich

00:59:00: einfach ich selbst sein und nicht mir Sorgen machen, was der Chefarzt denkt

00:59:05: oder was sonst irgendwas denkt. Die Kollegen finden es, glaube ich, nicht alle

00:59:08: witzig, aber gut, das ist halt so. Ich glaube, das ist ja auch relativ.

00:59:12: Das ist mir wo ich stehe. Jeder soll glücklich werden in seiner Art.

00:59:17: Ja, da ist noch, glaube ich, eine Sache drin. Will ich auch noch mal gucken.

00:59:22: Schön hast du dir das zu sagen.

00:59:27: Deliz Fragezeichen. Woher kommt der Name?

00:59:34: Ja, wo kommt der her?

00:59:36: Das ist eine tolle, das ist toll, dass du mich das frast. Sehr toll.

00:59:39: Mein Vater war Portugiese. Ja, Portugiesch, genau.

00:59:45: Und der hieß eigentlich Deliz Ferreira. Antonio José Deliz Ferreira.

00:59:50: Wie? Noch mal.

00:59:51: Antonio José Deliz Ferreira.

00:59:54: Und ja, der ist gestorben, als ich relativ klein war, aber ich habe ganz

00:59:58: viel von ihm mitgenommen. Also ich habe die Hautfarbe, ich habe die Augenfarbe,

01:00:01: ich habe die Haare. Ich habe all diese Dinge und er war auch ein Wissenschaftler.

01:00:05: Also da war Psychiater, aber er war ein Wissenschaftler.

01:00:07: Vor seiner Zeit eigentlich hat sich direkt schon für was für heute

01:00:13: zutage die automolekulare Medizin interessiert. In den 60er Jahren hat

01:00:17: sich für Hochdosis-Vitamintherapien eingesetzt, wo jeder gesagt hat, was

01:00:21: ein Quatsch. Und hat sich da schon so über Konventionen drüber hinweggesetzt.

01:00:26: Und ich habe letztens in eine Kiste gefunden im Keller mit seinen

01:00:30: Sachen und bin dann durchgegangen und habe gesehen, aha, daher hast du das.

01:00:33: Das ist schon toll. Das ist schon, ja, das ist schon eine Inspiration.

01:00:36: Der ist schon immer seinen eigenen Weg gegangen. Also nach dem Studium ist er

01:00:41: nach Afrika gegangen, hat dort mit Stämmen gearbeitet, also wirklich mit

01:00:46: Stämmen, mitten im Urwald gelebt und dort was eigentlich nichts mit

01:00:50: Psychiatrie zu tun hatte. Geld, er hatte einfach dabei in Affe, dass er dabei

01:00:54: in ihm im Haus gelebt hat und sowas. Total irre. Also und so Sachen hat er

01:00:59: gemacht. Also hat wirklich die Dinge gemacht, die ihn interessiert hatten.

01:01:03: Das finde ich schon toll. Und den Namen konntest du behalten? Bist du nicht

01:01:07: verheiratet? Ja, kann ich auch. Kann ich auch. Kann eine Mama nicht wählen?

01:01:10: Keine Mama. Die Quatsch Mama ist nicht. Ja, aber das ist mein Name ist

01:01:14: Sheila Dillis und nicht irgendeine andere Nachname. Also das hat,

01:01:18: nein, das hat mein Mann nicht von mir verlangt und ich hätte es auch nicht

01:01:22: hergegeben. Werden wir auch ehrlich gesagt komisch vorgekommen.

01:01:25: Komisch. Also dann plötzlich so ein ganz anderen Namen und einen Doppelnamen

01:01:30: wollte ich nicht. Also meine Schwester hatte in ihrer ersten Ehe

01:01:34: einen Doppelnamen und ich fand das immer sehr lang und sehr wirig. Also sehr

01:01:37: lang wirig und sehr schwierig zu erklären. Weil Dillis ist eh immer so

01:01:41: ein Ding. Ich muss immer sagen zwei Worte, klein D, Leerzeichen, Groß L.

01:01:46: Und dann gehe ich ständig, irgendwelche Datenbanken gehe ich ständig verloren.

01:01:50: Ich bin dann mal unter L abgeheftet, dann unter D und dann ist es, nein.

01:01:54: Aber wie lange bist du verheiratet? Also ich habe schon Grund, warum ich frage,

01:01:58: warum, wie lange bist du verheiratet? Ich bin jetzt seit, was ist denn jetzt?

01:02:04: 24. Nein, nein, nein. Ich bin jetzt neu verheiratet seit September.

01:02:08: Du bist neu verheiratet? Ja, ich bin neu verheiratet. Ich bin in meiner

01:02:12: dritten Ehe. Genau, ich bin in meiner dritten Ehe.

01:02:16: Dann ist ja auch gut, dass du deinen Namen behalten.

01:02:18: Three is a time, ja absolut. Ja, absolut.

01:02:21: Ja, das ist aber gut, ich meine, es ist, wie es ist. Ja, es ist, wie es ist.

01:02:27: Medizinerin zu werden, war das eigentlich schon immer ein Traumberuf?

01:02:33: Und auch Gynäkologin zu werden?

01:02:35: Am Anfang wollte ich, also mit fünf wollte ich Schauspielerin werden.

01:02:38: Das finde ich deswegen, also ich wollte Schauspielerin werden,

01:02:40: entertainen war auch immer so mein Ding. Also das war immer so, dieses

01:02:43: Performen war immer, hatte ich immer Spaß. Als ich, wir haben einen recht

01:02:48: turbulenten Weg gehabt, bis wir nach Deutschland gekommen sind.

01:02:51: Und in meine tene Jahre hat sich doch ein sehr starkes Bedürfnis nach

01:02:56: Stabilität entwickelt, also Sicherheit und Stabilität.

01:03:01: Und ein willfassachen ethisches Bedürfnis.

01:03:06: Wir hatten ein Lehrer in der Oberstufe, ein Ethiklehrer, der mich eigentlich

01:03:10: bis jetzt geprägt hat. Und von dem ich eigentlich gelernt habe,

01:03:15: dass wie wichtig es ist, etwas zu machen, was Sinn ergibt, was sinnvoll ist.

01:03:22: Und ich hatte erst überlegt, Medi, also Jura fand ich interessant,

01:03:27: aber dann habe ich gedacht, ich war mit Deutsch nicht so firm wie jetzt.

01:03:32: Und habe ich gedacht, Jura kannst nur in Deutschland arbeiten.

01:03:35: Danke, das ist nicht so. Also auch in einer Vorstellung,

01:03:37: irgendwie so Menschen zu verteidigen, die Hilfe brauchen und sich fürs

01:03:39: Recht einzusetzen, das fand ich schon toll.

01:03:41: Und dann weiß ich noch, stand ich bei meinem allerliebsten Hausarzt,

01:03:46: Dr. Dieter, falls er zuguckt, hallo.

01:03:49: Dr. Dieter, mein allerliebster Hausarzt, als ich 16 war, der ist immer noch

01:03:53: mein Hausarzt, der beste Arzt wie es war.

01:03:57: Also ich stand bei ihm in der Praxis und habe mich so umgeguckt,

01:04:01: und das war alles so modern und so schön.

01:04:04: Und irgendwie habe ich gedacht, ich will das auch machen.

01:04:07: Ich will auch da sein für die Menschen, weil er unheimlich und bis heute

01:04:11: so toll ist, da ist für seine Patienten unfassbar, was er für seine

01:04:15: Patienten gemacht hat. Ich schaffe auch immer noch nicht,

01:04:18: was der macht für seine Patienten. Ganz, ganz toll.

01:04:21: Und ich weiß noch, ich stand da und hatte die Vorstellung, ja,

01:04:27: aber und er hatte eine ganz grobe Vorstellung.

01:04:30: Ich werde mich um Frauen kümmern.

01:04:32: Er hatte eine Vorstellung gehabt, er will es in den Zimmer haben,

01:04:34: wo alle ihre Kinder mitbringen können.

01:04:36: Da hast du so eine Art Kinderkrippe, die können alle Kinder miteinander spielen.

01:04:39: Und da werde ich irgendwie mit magesüchtigen Frauen reden.

01:04:42: Ich werde mit Frauen reden, die von ihren Männern geschlagen wurden.

01:04:45: Und Frauen, die irgendwie einsam sind und Frauen, die irgendwie keine Ahnung

01:04:48: der Depression haben. Ich werde mit den allen reden und den allen helfen.

01:04:51: Nicht wissen, dass das alles zu Gynäkologie dazugehört, ja,

01:04:54: dass das so das Ding war.

01:04:56: Und im Studium hat sich das herauskristallisiert.

01:04:58: Auch mit der Geburtshilfe fand ich fantastisch, fantastisch.

01:05:00: Meine erste Formulatur, also quasi diese Praktikum,

01:05:02: was wir machen müssen im Krankenhaus, habe ich eine Inneren gemacht.

01:05:05: Weil jeder gesagt hat, du musst in der Inneren arbeiten.

01:05:08: Da habe ich schon gemerkt, das ist überhaupt nicht mein Ding.

01:05:10: Und ich bin in dem Krankenhaus immer um den Kreis halt rumherumgeschlichen.

01:05:13: Immer so, anstatt den vierten Stock zu fahren,

01:05:16: wenn ich in den ersten bin, dann bin ich rumherumgeschlichen,

01:05:18: habe ich mir geguckt, ob ich irgendwie reingucken kann.

01:05:20: Und ich fand das einfach unheimlich spannend.

01:05:22: Und dann zuhört sich das für mich dann irgendwann mal herauskristallisiert,

01:05:25: das ist dein Ding.

01:05:27: Und da hat man den ersten Tag aber nicht zurückgeschaut.

01:05:30: Du weißt es, du.

01:05:32: Genau.

01:05:34: Eine letzte Frage.

01:05:36: Du hast ja dein Alter schon verraten.

01:05:38: Hab ich das ja?

01:05:40: Ja, hast du gesagt, 55?

01:05:42: Ich werde 55 dieses Jahr.

01:05:44: Du wirst 50, okay, bis 54.

01:05:46: Was hast du für ein Verhältnis zum Älter werden?

01:05:52: Ich habe vor,

01:05:57: bis 105 oder 110 zu leben.

01:06:02: Das habe ich vor.

01:06:05: Ich habe vor mindestens bis 95 zu tanzen.

01:06:08: Ich hoffe, ich habe bis dahin Tango gelernt

01:06:11: und etwas Lateinamerikanisches.

01:06:13: Ich will die Oma sein, die auf der Hochzeit tanzt.

01:06:17: Dass jeder sagt, wow, super.

01:06:19: Und vielleicht irgendwie noch den Kellner in den Hintern knifft.

01:06:22: Keine Ahnung.

01:06:24: Also diese Oma will ich sein, die wirklich Spaß hat.

01:06:26: Die wirklich Spaß hat, die gesund ist.

01:06:29: Und der ist gut geht.

01:06:32: Was tust du dafür?

01:06:34: Was tue ich dafür?

01:06:36: Ich versuche mich möglichst grün zu ernähren.

01:06:39: Also quasi Pflanzen zu essen, wenn es geht.

01:06:42: Ich versuche mittlerweile Zucker zu vermeiden.

01:06:45: Ich mache es aber nicht 100% religiös.

01:06:47: Also wenn jemand Geburtstag feiert und da ist ein Kuchen,

01:06:50: dann bin ich jetzt nicht der Spaßverderber.

01:06:52: Dann esse ich auch ein ganz klein bisschen.

01:06:54: Alkohol tut mir überhaupt nicht mehr gut, schaffe ich nicht mehr, das ist auch wenn es

01:06:58: mir schmeckt, auch wenn ich dann nur ein Halbenglas, ich merke es am nächsten Tag und das will ich nicht.

01:07:03: Ich will nicht einen Tag haben, wo ich irgendwie nur auf Halbmaste irgendwie arbeite,

01:07:06: sondern deswegen versuche ich das komplett zu vermeiden. Was ist mit Bewegung? Und ich

01:07:11: mache, aber bevor ich jetzt hier also ich mache seit zweieinhalb Wochen, jeden Morgen Sport,

01:07:16: geh jeden Morgen ins Fitnessstudio. Genau, weil ich schon irgendwann mal vor zwei Jahren hatte

01:07:21: ich Ostiopinie, also ich habe es bestimmt immer noch, habe es messen lassen, habe festgestellt,

01:07:26: ich habe Ostiopinie und mir fing an auch alles, weil ich habe hier ein sehr hohes Arbeitspensum,

01:07:30: also nicht nur Praxis und diese Dinge, sondern alles Mögliche, wie du ja auch,

01:07:33: dann wir sind ja breit gefächert und habe irgendwann mal festgestellt, mir tut alles weh. Mir tut alles

01:07:38: weh, dann habe ich gesagt, ja okay, jetzt musst du einfach mal früher ins Bett, jetzt musst du mehr

01:07:42: Mittagsschlaf halten, bis ich festgestellt habe, ich stehe auf und will eigentlich nur wieder

01:07:45: Mittagsschlaf machen, das kann es nicht sein. Ich habe so ein Awakening gehabt,

01:07:51: als ich ein Frozen-Schulder hatte, also quasi beide Schultergelenke massiv entzündet und habe

01:07:58: eine Cortisontherapie bekommen und habe dann gemerkt, wie es mir geht, ohne wenn ich keine

01:08:03: Entzündung habe, wenn ich keine Entzündung habe, wenn ich keine Schmerzen habe und ich habe dann

01:08:09: entschieden, so will ich weiterleben und ich will dann nie wieder zurück. Dafür tust du auch was.

01:08:15: Genau, dafür tue ich was, aber es macht mir Spaß. Machst du auch Übungen? Was meinst du mit? Definiere Übungen.

01:08:20: Zum Beispiel, dass so was nicht mehr passiert, dass du dich dehnst und so.

01:08:25: Ein bisschen, so da am Fitnessstudio, nach dem...

01:08:28: Was du schon machen.

01:08:29: Ja, das kannst du mir dann zeigen, was ich da machen muss.

01:08:33: Also speziell, spezifisch nicht, aber also der Schalter ist bei mir umgelegt worden und ich glaube,

01:08:39: dass es vielleicht wichtig an der Stelle zu sagen, dass diese Schalter jeder, ich glaube,

01:08:45: die Leute, die es machen, bei jedem stellt sich der Schalter einfach irgendwann mal um. Der ist um,

01:08:49: dass man sagt, okay, ich mache das jetzt. Ich mache das jetzt und dann will man eigentlich

01:08:53: nie wieder zurück zum alten Leben. Und da tue ich.

01:08:56: Ja, das machst du dann auch.

01:08:58: Liebe Schiller, es war ein Genuss, eine Freude, dass du heute hier warst.

01:09:03: Und jetzt machen wir noch einen kurzen Rollentausch.

01:09:06: Vielleicht hast du ja eine Frage an mich.

01:09:08: Wie darfst du mir jetzt gerne stellen?

01:09:11: Oh, ich habe ein paar.

01:09:12: Ein paar?

01:09:13: Wie viel darf ich denn stellen?

01:09:15: Vielleicht so zwei, drei?

01:09:16: Okay, das ist okay. Zwei, drei. Ja, okay, zwei, drei. Perfekt.

01:09:19: Wenn du von allen Lebensmitteln dieser Welt dir nur eins aussuchen könntest, was du zwar anpflanzen kannst

01:09:28: und ansonsten irgendwas, aber du hast nur noch ein Lebensmittel, von dem du leben würdest wollen,

01:09:34: welches willst du nehmen? Also welches Obst, welches Gemüse, welches...

01:09:39: Mir ist sofort die Himbeere eingefallen.

01:09:41: Die Himbeere?

01:09:42: Ja.

01:09:42: Toll. Mir ist sofort die Himbeere eingefallen.

01:09:44: Also morgens mittags, abends Himbeere wäre super.

01:09:47: Auf wie toll. Das ist schön, dass du das sagst.

01:09:49: Also bei mir denke ich manchmal, Avocado ist sicherlich nicht doof.

01:09:55: Das war die Nächste bei mir.

01:09:56: Tomate ist sicherlich nicht doof, nicht so.

01:09:59: Ich mag, ich habe gedacht, also wenn ich nur noch eine Sache anpflanzen könnte,

01:10:02: ich finde, also aber vielleicht rein von Wirtschafts- und ich finde Äpfel sehr schlau,

01:10:07: weil Äpfel kann...

01:10:07: Ziehen Sie auch.

01:10:08: Braten, essen, also essen sowieso, aber so braten im Backofen.

01:10:13: Aber du hast mich gefragt und du hast sofort die Himbeere eingefallen.

01:10:16: Die Himbeere, das ist super. Erklär mal, warum.

01:10:18: Also ich weiß einfach, dass Himbeeren ganz viel Kraft haben aufgrund ihrer

01:10:22: sekundären Pflanzenstoffe.

01:10:24: Die haben so viele Inhaltsstoffe, die tun einem so gut.

01:10:27: Und ich möchte natürlich, wenn ich lebe, ich will ja auch alt werden.

01:10:31: Genau.

01:10:31: Oder gesund alt werden.

01:10:32: Also das ist so mein Ziel.

01:10:34: Und dann brauche ich eben solche Lebensmittel und da ist die Himbeere für mich an erster Stelle.

01:10:40: Grandios. Super.

01:10:42: Zweite Frage, was mich so ein bisschen...

01:10:47: Und ich versuche mich hier vielleicht...

01:10:49: Ich muss gucken, dass ich mich diplomatisch ausdrücke.

01:10:52: Als ich das erste Mal das Buch in der Hand hielt,

01:10:56: wie hieß es?

01:10:57: Deutschland hat Rücken.

01:10:58: Sensationellen Thema über.

01:10:59: Also Titel, by the way, fand ich super.

01:11:02: Habe ich auch gelesen, habe ich irgendwann mal gesehen,

01:11:04: ach, da ist ja noch eine Ärztin involviert, dann habe ich dich auch natürlich da.

01:11:09: Und irgendwie habe ich gedacht,

01:11:12: ist das unfair, dass man damit nur mit deinem Mann eher in Verbindung bringt?

01:11:18: Oder bist du mehr so für die Ernährung zu stehen?

01:11:20: Weißt du, was ich meine?

01:11:21: Ich habe immer so das Gefühl,

01:11:22: ich habe gesagt so ein bisschen mit meinem Mediziner stolz,

01:11:24: der ist ja nicht Mediziner.

01:11:27: Und sie ist eigentlich die Medizinerin.

01:11:28: Und ich hatte so ein bisschen das Gefühl, du gerätst so ein bisschen in Hintergrund.

01:11:31: Mittlerweile denke ich das nicht mehr.

01:11:33: Aber war das vielleicht für dich so ein paar Momente,

01:11:35: wo du das Gefühl hattest, du gerätst dann wenig in den Hintergrund?

01:11:38: Total schön, dass du das fragst.

01:11:40: Also das war eine ganz klare Entscheidung.

01:11:42: Weil tatsächlich die Schmerztherapie von Roland ist.

01:11:45: Und ich war immer die Ernährungsmedizinerin.

01:11:47: Und Ernährungsmedizin ist ja tatsächlich auch ein Part von der Therapie,

01:11:51: von der Liebschah und Brachtschmerztherapie.

01:11:53: Und deswegen fand ich das einfach unglaublich ehrlich, unglaublich aufrichtig.

01:11:59: Und ich finde, es ist so ein wundervolles System.

01:12:02: Da würde ich doch nicht nur, weil ich ein Ego habe,

01:12:06: sagen, nee, ich will auch im Vordergrund stehen.

01:12:09: Ich glaube, ich habe mit dem, was ich mache, so viel zu sagen.

01:12:13: Allerdings, das ist richtig.

01:12:14: Das ist gar kein Thema war.

01:12:16: In den Anfängen, ganz in den Anfängen, als Roland mir erzählt hat,

01:12:19: er hat irgendwas bemerkt und beobachtet.

01:12:22: Da habe ich schon gedacht, meine Güte, eigentlich bin ich doch die Medizinerin.

01:12:26: Und er ist es gar nicht.

01:12:27: Aber das war ganz schnell weg, weil ich habe ganz schnell gespürt.

01:12:32: Aber dann richtig sicher war, ich hatte es ein bisschen gedauert,

01:12:35: als ich selbst erst mal Schmerzen hatte.

01:12:37: Aber ich habe gespürt, dass da was ganz Tolles dahinter steckt.

01:12:40: Deswegen war es für mich kein Thema.

01:12:42: Aber danke, danke für diese Frage.

01:12:44: Ich glaube, du bist nicht die Einzige.

01:12:45: Aber die Medien haben dich nie so behandelt wie,

01:12:48: ja, du bist die Frau von oder so.

01:12:50: Nicht von.

01:12:51: Manchmal war ich gar nicht da, aber das macht auch nichts.

01:12:53: Also, OK, aber ich meine mittlerweile, ich finde auch mittlerweile,

01:12:55: wie gesagt, als ich das Buch gekauft habe, das jetzt einige Jahre her,

01:12:57: mittlerweile ist ja auch Petra Bracht, das ist ja absolut auch für dich.

01:13:00: Du musst ja gar nicht erzählen.

01:13:02: Das war das eine, das andere.

01:13:04: Entschuldige. Und das ist die dritte Frage ist, was hat dich motiviert,

01:13:09: den anderen Weg zu gehen, den Weg, den bis jetzt keiner genommen hat zu nehmen?

01:13:14: Das war für mich eigentlich ganz klar, weil ich gesehen habe,

01:13:17: dass ich das, was ich gelernt habe, dass ich damit nicht das erreichen konnte,

01:13:23: was ich bei meinen Patienten erreichen wollte.

01:13:26: Und dann habe ich gesucht.

01:13:27: Ich bin wirklich auf die Suche gegangen.

01:13:29: Ich bin einfach so froh, dass mir die Ernährungsmedizin in die Hände gefallen ist,

01:13:34: weil wir haben das nicht gelernt in unserem Studium.

01:13:37: Und ich glaube, heute lernt man es immer noch nicht.

01:13:39: Und das finde ich ziemlich absurd.

01:13:41: Aber ich bin ganz froh und ich glaube, die Stimmen, wie wichtig Ernährungsmedizin ist,

01:13:46: mittlerweile, die werden immer lauter und ich bin auch ganz froh.

01:13:50: Und ich glaube, eine Stimme davon ist meine, die das auch immer sagt.

01:13:55: Und von daher. Ja.

01:13:58: Kannst du auch sehr stolz auf dich sein?

01:13:59: Ich wünsche mir, dass es auch bei der Bevölkerung ankommt,

01:14:02: dass man wirklich mit Ernährung oder Ernährung auch als Medizin betrachten kann.

01:14:07: Man sagt ja, wie geht denn der Spruch?

01:14:09: Ich kenne das nur auf Englisch.

01:14:12: Make food your medicine or medicine will be your food.

01:14:14: Genau.

01:14:15: Nahrung deine Medizin sein bzw. lasst deine Medizin deine Nahrung sein.

01:14:19: Genau, das ist so.

01:14:21: Ja, genau.

01:14:21: Weil sonst ist es ja, wenn man nur noch Tabletten ist,

01:14:23: weil man sich vorher nicht gesund ernährt hat, ist schlecht.

01:14:27: Aber ich stehe zu viele Fragen.

01:14:28: Nein, es ist super, super toll.

01:14:30: Ich glaube, wir könnten noch so viel länger weitermachen.

01:14:33: Aber für das Erste, für heute, es war so schön mit dir, liebe Schiele.

01:14:38: Vielen Dank. Ich fand es ganz toll.

01:14:39: Ich finde es auch.

01:14:41: Und alles Liebe dir.

01:14:43: Wünsche ich dir auch.

01:14:45: Bis bald. Vielen Dank, dass ich da sein durfte.

01:14:47: Gerne, gerne.

01:14:48: [lachen]

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